Vorwurf der Volksverhetzung und Aufforderung zu Straftaten
Staatsanwalt geht gegen NPD-Chef in Berufung

Die Staatsanwaltschaft Stralsund geht gegen einen Freispruch für den NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt in Berufung.

dpa STRALSUND/GREIFSWALD. Das Amtsgericht Greifswald hatte Voigt am Donnerstag vom Vorwurf der Volksverhetzung und Aufforderung zu Straftaten freigesprochen. Man werde das schriftliche Urteil abwarten und Rechtsmittel einlegen, sagte am Freitag der Sprecher der Stralsunder Staatsanwaltschaft, Ralf Lechte. Der NPD-Chef hatte im August 1998 rund 20 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren zum Kampf aufgefordert.

In seiner Rede, die vom ZDF gefilmt wurde, soll Voigt gesagt haben, wenn Deutschland in Gefahr gewesen wäre, hätte er auch als 14- Jähriger die Waffe in die Hand genommen.

Aufnahmen nicht mehr vollständig

Das Gericht habe Voigt frei gesprochen, weil die Aufnahmen des ZDF nicht mehr vollständig erhalten waren, sagte Lechte. Der Richter habe der Angabe Voigts, im späteren - nicht mehr erhaltenen - Teil seiner Rede diese Aussagen relativiert zu haben, bedeutendes Gewicht beigemessen.

Die Staatsanwaltschaft kommt jedoch zu einer anderen Beweiswürdigung, wie Lechte sagte. So habe der damalige Redakteur angegeben, dass es diese relativierenden Aussagen Voigts nie gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten gefordert.

Das Rohmaterial des ZDF mit der gesamten Voigt-Rede war bei einem Brand im Archiv vernichtet worden. Es existiert lediglich die vom ZDF gesendete Fassung.

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