Vorwurf: Fahrlässige Tötung
Baggerfahrer nach Gasexplosion vor Gericht

Nach der verheerenden Gasexplosion in einem Bremer Altenheim vor knapp zwei Jahren muss sich von heute an ein 52-jähriger Baggerfahrer vor dem Landgericht verantworten.

ddp BREMEN. Im Prozess um eine verheerende Gasexplosion in einem Bremer Altenheim hat der angeklagte Baggerfahrer die Vorwürfe zurückgewiesen. "Ich habe nur meine Arbeit gemacht, und das auch richtig", sagte der 52-Jährige zu Prozessbeginn am Dienstag vor dem Bremer Landgericht. Er habe nur 40 Zentimeter tief gebaggert, und in dieser Tiefe gebe es gewöhnlich keine Gasleitungen. Als er dennoch auf eine Leitung gestoßen sei, habe er diese für nicht mehr in Betrieb gehalten. Zugleich belastete der Angeklagte indirekt einen Arbeitskollegen, der seine Einschätzung geteilt haben soll.

Der Beschuldigte soll im November 2000 eine Explosion in einem Altenwohnheim verursacht haben, bei der zwölf Menschen starben und das Haus fast vollständig zerstört wurde. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung und fahrlässiges Herbeiführen einer Explosion vor. Darauf steht den Angaben zufolge eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Der Baggerfahrer soll bei Kanalbauarbeiten die Baggerschaufel zu tief angesetzt und eine Gasanschlussleitung zu einem Altenheim angehoben haben. Er soll weiter gearbeitet haben, ohne den Vorfall zu melden. Durch das Anheben war die Leitung von der Innenleitung im Keller des Gebäudes getrennt worden. Gas strömte aus und es kam zu der Explosion.

Für den Prozess sind insgesamt acht Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll voraussichtlich am 28. Oktober fallen.

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