Vorwurf lautet Insolvenzvergehen
Kölmel wegen Fluchtgefahr verhaftet

Kinowelt-Gründer Michael Kölmel ist am Montag verhaftet worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Dienstag der dpa in München.

HB/dpa MÜNCHEN. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung sollte mit der Verhaftung einer möglichen Flucht Kölmels vorgebeugt werden. Ihm werde ein Insolvenzvergehen zur Last gelegt. Kölmel wollte eigentlich zum 1. November das insolvente Unternehmen übernehmen. Der Kaufpreis von 32 Millionen Euro sollte bis Ende Oktober bezahlt werden.

Nach der Verhaftung Kölmels ist die weitere Zukunft der Medienfirma ungewiss. Der Kinowelt-Aktienkurs war bereits am Montag um zeitweise mehr als ein Drittel eingebrochen. Am Dienstag gab er noch einmal um zwischenzeitlich 29 Prozent auf 0,17 Euro nach.

Kinowelt hatte im vergangenen Dezember die Eröffnung eines Insolvenzantrags beantragt, nachdem das Unternehmen in den ersten neun Monaten 2001 Verluste von mehr als 300 Millionen Euro gemacht hatte. Im Mai wurde das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet. Für eine Übernahme des Kerngeschäfts interessierten sich zwei Kinoweltgeschäftsführer sowie eine Gruppe um Kölmel und seinen Bruder Rainer. Bei Teilen der Belegschaft stieß die Entscheidung der Gläubigerbanken für Kölmel auf scharfe Kritik. Zum einen wurde ihm vorgeworfen, für den Untergang des Unternehmens verantwortlich sein. Zudem will er den Firmensitz von München nach Leipzig verlagern.

Insolvenzverwalter Wolfgang Ott wollte sich am Dienstag zunächst nicht zu der neuen Situation abgeben. Auch bei der zuständigen Staatsanwaltschaft war zunächst keine Stellungnahme erhältlich.

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