Vorzeitige Haftentlassung ausgeschlossen
Gastwirt lässt aus Habgier Hotel explodieren

Knapp zwei Jahre nach der Explosion eines Hotels im niedersächsischen Thedinghausen hat das Landgericht Verden den Wirt wegen dreifachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Küchengehilfe erhielt sechs Jahre Jugendstrafe.

Lebenslange Haftstrafe für Gastwirt nach Hotelexplosion

Reuters HANNOVER. Die 3. Große Strafkammer sah es am Freitag nach mehr als 40 Verhandlungstagen als erwiesen an, dass der Wirt aus Habgier einen Küchengehilfen beauftragt hatte, die Gasexplosion herbeizuführen. Dabei habe der heute 46 Jahre alte Gastwirt den Tod von Gästen billigend Kauf genommen worden, hieß es nach Gerichtsangaben in der Urteilsbegründung. Ihm wurde zudem auch versuchter Mord in drei Fällen, Brandstiftung und Anstiftung zu diesen Taten zur Last gelegt. Einer Gerichtssprecherin zufolge stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest, so dass eine vorzeitigte Haftentlassung ausgeschlossen ist.

Bei der Explosion in der Nacht zum 24. Juli 2000 waren drei Hotelgäste getötet und drei weitere schwer verletzt worden. Nach Ansicht von Staatsanwaltschaft und Gericht steckte der Wirt in großen finanziellen Schwierigkeiten und wollte deshalb mit der Explosion die zuvor erhöhte Versicherungssumme einstreichen. Der heute 19-jährige Küchengehilfe wurde wegen Beihilfe zum Mord, versuchten Mordes und Brandstiftung vom Gericht zu sechs Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Beide Angeklagten bestritten die Tat, so dass sich das Gericht ausschließlich auf Indizien stützte. Die Verteidigung hatte für beide auf Freispruch plädiert, da sie die Tatbeteiligung nicht für erwiesen hielt. Beide Angeklagten saßen seit Oktober 2000 in Untersuchungshaft.

Das Gericht folgte den von der Staatsanwaltschaft aufgeführten Indizien. Der Gastwirt sei zur Tatzeit nur in seine griechische Heimat gefahren, um sich ein Alibi zu verschaffen. Der Küchengehilfe und er hätten noch in der Tatnacht miteinander telefoniert. Damit habe der Gastwirt auch gewusst, dass sich drei Ehepaare in dem Hotel aufhielten.

Der Küchengehilfe hatte den Ermittlungen zufolge in der Tatnacht dennoch die Hauptgashauptleitung geöffnet. Das Gas habe sich dann vermutlich durch den Funken einer Heizung oder einer Kühlanlage entzündet. In einem Raum sei Diesel als Brandbeschleuniger eingesetzt worden.

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