Vorziehen der Steuerreform gefordert
Abwärtstrend im Handwerk hält an

Das deutsche Handwerk rechnet wegen des erwarteten Umsatzrückgangs mit einem Anstieg der Insolvenzen und hunderttausenden Entlassungen in diesem Jahr. "Die Insolvenzquote nimmt überproportional zu", sagte der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hanns-Eberhard Schleyer, am Donnerstag in Berlin.

Reuters BERLIN. Der Preisdruck wachse weiter und führe zu sinkenden Erträgen. Vor allem im schwach mit Eigenkapital ausgestatteten Bau- und Ausbaugewerbe der ostdeutschen Länder müssten Firmen aufgeben.

Der ZDH hatte seine Umsatzerwartungen für 2003 zuvor erneut gesenkt und erwartet nunmehr einen Rückgang von fünf Prozent. Die Zahl der Arbeitsplätze dürfte sich nach ZDH-Schätzung in der Branche um 300 000 verringern. Derzeit zählt die Branche noch fast 5,4 Millionen Beschäftigte.

ZDH-Präsident Dieter Philipp hatte vor rund zwei Wochen für das laufende Jahr einen Umsatzrückgang von drei bis vier Prozent prognostiziert. Insgesamt ist 2003 damit das vierte Jahr in Folge mit einem Umsatzrückgang im Handwerk. Im Vorjahr war ein Umsatzminus von 4,9 Prozent verzeichnet worden.

Der ZDH-Konjunkturumfrage zufolge fällt die Beurteilung der Geschäftslage im Westen deutlich schlechter aus als bisher und gleicht sich der Einschätzung in Ostdeutschland an. 51 Prozent der Unternehmen melden demnach eine schlechte Geschäftslage. In den alten Ländern gehen 30 Prozent der Firmen von einem weiteren Stellenabbau aus, in den ostdeutschen Länder muss jeder fünfte Betrieb Mitarbeiter entlassen, falls die Auftragsmisere anhalten sollte.

Schleyer sprach sich erneut für ein Vorziehen der Steuerentlastungsstufen 2004 und 2005 aus und forderte ein klares Bekenntnis der Bundesregierung gegen Steuererhöhungen. Auch müsse die finanzielle Lage der Kommunen rasch verbessert werden. Der ZDH wandte sich zudem gegen die Pläne für einen Ausbildungsfonds und eine Ausbildungsabgabe. Angesichts einer ausstehenden gesetzlichen Regelung würden Unternehmen die Einstellung von Lehrlingen verschieben, bis Klarheit über die Auszahlung von finanziellen Hilfen für ausbildende Unternehmen bestehe.

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