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Vossloh rechnet 2005 mit Gewinnrückgang - ab 2006 Erholung

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh rechnet nach besseren Ergebnissen 2004 im kommenden Jahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang.

dpa-afx FRANKFURT. Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh rechnet nach besseren Ergebnissen 2004 im kommenden Jahr mit einem deutlichen Gewinnrückgang. Der Überschuss werde 2005 bei mehr als 47 Mill. Euro liegen, nach voraussichtlich rund 56 Mill. Euro im laufenden Jahr, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mit. Ab 2006 soll es wieder bergauf gehen und für 2007 sagte der Konzern ein neues Rekordjahr voraus. Der Markt reagierte erleichtert auf die Zahlen für das Ende Dezember ablaufende Jahr und positiv auf den Ausblick. Die Aktie kletterte an die MDax-Spitze.

Am Mittwoch hatte der Konzern bereits einen operativen Gewinnrückgang für 2005 angekündigt. Gründe seien neben Kosten für ein konzernweites Spar- und Verbesserungsprogramm und Neustrukturierungen vor allem der Investitionsrückgang bei der Deutschen Bahn und der starke Anstieg der Stahlpreise. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll demnach um rund elf Prozent von voraussichtlich 105,1 auf 93,4 Mill. Euro sinken. Dabei werde das Ergebnis von Einmalkosten in Höhe von 20 Mill. Euro belastet, sagte Vorstandschef Burkhard Schuchmann. 13 Mill. Euro resultierten dabei aus Kosten für das Verbesserungsprogramm, sieben Mill. Euro seien auf die hohen Stahlpreise zurückzuführen.

Der Umsatz soll im kommenden Jahr von 918 Mill. Euro nach vorläufigen Zahlen auf 1,097 Mrd. Euro steigen. Schuchmann sagte den Aktionären Dividendenkontinuität zu. Zu der Höhe der Ausschüttung für 2004 äußerte er sich nicht. "Da ich selber Aktien habe, soll es möglichst viel sein." Kapitalmaßnahmen plane der Konzern nicht.

AB 2006 Erholung - 2007 MIT Gewinnanstieg

Nach der Durststrecke 2005 sieht der Konzern ab 2006 eine Erholung. Auch weitere Akquisitionen seien geplant. Der operative Gewinn (Ebit) solle 2006 wieder auf dem Niveau dieses Jahres von voraussichtlich rund 105 Mill. Euro liegen, prognostizierte Vorstandschef Burkhard Schuchmann. 2007 solle das Ebit dann gegenüber 2004 im "sehr markanten zweistelligen Bereich" wachsen, sagte Schuchmann. Der Gewinnanstieg könne bei 20 bis 25 Prozent liegen. "2007 sollten wir aus heutiger Sicht das mit Abstand erfolgreichste Geschäftsjahr in der Vossloh-Unternehmensgeschichte verwirklichen können."

Zuvor müsse der Konzern aus Werdohl aber noch einige Aufgaben anpacken. Das konzernweite Effizienzsteigerungsprogramm werde sich am härtesten auf den Lokomotivenbau-Standort Kiel auswirken, sagte Schuchmann. Dort will der Konzern insgesamt 30 Mill. Euro einsparen. Man müsse sich auf eine "Halbierung des derzeitigen Lokbauvolumens einstellen." Die Produktion solle 2005 von derzeit 145 auf 82 Loks sinken. Die Personalkosten sollen um 13 Mill. Euro reduziert werden. Neben Leiharbeitern müsse sich der Konzern punktuell auch von eigenen Mitarbeitern trennen. Zudem werde die Verlagerung des Rohbaus in Niedriglohnländer geprüft. "Wenn wir es allerdings schaffen, die Stückkosten in Kiel zu reduzieren, werden wir nicht verlagern."

'Unsicherheiten VOM Tisch'

Der Erwerb des Alstom-Lokwerks Valencia, der in der vergangenen Woche unter Dach und Fach gebracht wurde, sei vor allem mit Blick auf die mittelfristig wieder anziehende Nachfrage nach Diesellokomotiven "wichtig und richtig" gewesen. Mit Hilfe dieser Akquisition decke Vossloh technologisch den gesamten Diesellok-Markt ab. In dieser Sparte habe der Konzern "noch eine Menge vor". Unter anderem solle eine Großlok entwickelt und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit EMD, dem bisherigen Schienenfahrzeughersteller von General Motors (GM) , intensiviert werden.

Der Markt reagierte erleichtert auf die Neuigkeiten. Branchenexperten und Analysten hatten wegen der verschobenen Aufträge der Bahnindustrie 2004 einen Gewinnrückgang befürchtet. "Die Unsicherheiten sind vom Tisch", sagte UBS Warburg-Analyst Sven Weier. Zudem sei der Ausblick von Vossloh für das Jahr 2006 wieder deutlich besser und 2007 solle auch ein neues Rekordjahr werden. "Dass 2005 problematisch wird, wusste jeder". Die Aktie kletterte an die MDax-Spitze und notierte am Nachmittag 3,02 Prozent im Plus bei 33,48 Euro. Der MDax sank im gleichen Zeitraum um 0,76 Prozent auf 5 292,16 Punkte.

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