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Steuersystem vor dem Exitus

Von HANS MUNDORF

Hans Mundorf
ist freier Autor
für Recht undSteuern

Unter dem Bundesfinanzminister Hans Eichel ist die Systematik des deutschen Steuerrechtes zerschlagen worden. So hat die Besteuerung der Kapitalgesellschaften jede Ähnlichkeit verloren mit der Besteuerung von Personengesellschaften, Einzelunternehmen, Freiberuflern und Arbeitnehmern. Der Körperschaftsteuersatz beträgt definitive 25 %, die beim Aktionär insofern wieder angerechnet werden, als dessen Dividende nur zur Hälfte der Einkommensteuer unterliegt (Halbteilung).

Da nun aber die Kapitalgesellschaften kaum mehr Körperschaftsteuer zahlen, gibt es auch nicht mehr die angebliche Doppelbesteuerung der Aktie, die durch die Halbteilung neutralisiert werden soll. Und da die gewerblichen Unternehmen, die keine Kapitalgesellschaften sind, weiterhin den Spitzensteuersatz von 48,5 % zahlen müssen, dürfen sie zur Herstellung der Wettbewerbsgleichheit mit den Kapitalgesellschaften die Gewerbesteuer mit ihrer Einkommensteuer verrechnen. Nun zahlen aber die großen, international aufgestellten Kapitalgesellschaften auch kaum mehr Gewerbesteuer. Die acht großen Dax-Unternehmen Münchens z.B. führen an die Stadtkasse keinen Pfennig Gewerbesteuer ab. Das Ergebnis: Die großen Kapitalgesellschaften zahlen weder Körperschaft- noch Gewerbesteuer, die kleinen Kapitalgesellschaften 25 % Körperschaftsteuer plus Gewerbesteuer, die Personengesellschaften und Einzelunternehmen 48,5 % Einkommensteuer minus einer pauschalierten Gewerbesteuer, Freiberufler und Arbeitnehmer 48,5 % Einkommensteuer. Wenn die Gewerbesteuer nun auch noch in einen Zuschlag zur Einkommensteuer umgewandelt und Zinserträge nur noch definitiv mit 25 % besteuert würden, würde das Steuersystem restlos zerstört.

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