Vujanovic bestreitet Niederlage
Präsidentenwahl in Montenegro erneut gescheitert

Montenegro bleibt vorerst weiterhin ohne einen Republikspräsidenten. Auch die Wiederholung der Präsidentenwahl scheiterte am Sonntag am geringen Interesse der Wähler.

HB/dpa PODGORICA. Nach Angaben unabhängiger Wahlbeobachter gingen nur 47,1 Prozent der 457 000 Stimmberechtigten zu den Urnen. Das ist nur geringfügig mehr als am 22. Dezember vergangenen Jahres, als der erste Anlauf an der gesetzlich festgelegten Mindestbeteiligung von 50 Prozent gescheitert war. Der aussichtsreichster Kandidat, Filip Vujanovic, wollte in seiner ersten Stellungnahme das Scheitern nicht eingestehen.

Es war die erste solche Wahl seit der Auflösung der Bundesrepublik Jugoslawien und der Bildung des neuen Staatenbundes von Serbien und Montenegro in der vergangenen Woche. Die pro-serbische Opposition in Montenegro hatte als Folge eines jahrelangen erbitterten Machtkampfes mit der zur Unabhängigkeit strebenden Regierung des früheren Präsidenten Milo Djukanovic erneut zu einem Boykott der Wahl aufgerufen.

Als aussichtsreichster der neun angetretenen Kandidaten galt Parlamentspräsident Filip Vujanovic von der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten (DPS), der zu den Verfechtern einer Unabhängigkeit Montenegros zählt. "Ich bin überzeugt, dass dieser Wahlgang mit meinem Sieg enden wird", sagte er bei seiner Stimmabgabe. Am Abend lehnte er die Angaben der Wahlbeobachter ab. Er könne das Endergebnis nicht bestätigen, da es angeblich zahlreiche Beschwerden gegeben habe und dass nicht alle Wahllokale geöffnet hatten. Es liege an der Wahlkommission, die Ergebnisse zu veröffentlichen, sagte er in Podgorica. Im ersten Wahlgang bekam er 84 Prozent der abgegebenen Stimmen. Diesmal stimmten 82 Prozent der angetretenen Wähler für ihn.

Wegen des Winterwetters und verschneiter Straßen öffneten am Sonntag 74 der 1102 Wahllokale nicht. "Für ein endgültiges Ergebnis müssen dort die Wahlen wiederholt werden", sagte der Sekretär der staatlichen Wahlkommission, Neven Gosovic, in Podgorica. Deswegen wolle die Wahlkommission vorerst keine Ergebnisse veröffentlichen. Allerdings kann die Nachwahl am Scheitern insgesamt nichts ändern, da dort nur 1,43 Prozent der registrierten Wähler wohnen. Der Urnengang erfolgte nach übereinstimmenden Berichten ohne Zwischenfälle.

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