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„Vulkan“ Sammer ohne Kommentar zu BVB-Chaos

Tief im Innern bringt das ganze Chaos bei seinem Ex-Club den „Vulkan“ Matthias Sammer sicherlich zum Brodeln. Aber vor dem emotionsgeladenen Wiedersehen mit Borussia Dortmund kontrolliert der Trainer des VfB Stuttgart seine Gefühle.

dpa STUTTGART. Tief im Innern bringt das ganze Chaos bei seinem Ex-Club den "Vulkan" Matthias Sammer sicherlich zum Brodeln. Aber vor dem emotionsgeladenen Wiedersehen mit Borussia Dortmund kontrolliert der Trainer des VfB Stuttgart seine Gefühle.

Zudem vermeidet er einen verbalen Ausbruch und verkneift sich jegliche Kritik zur finanziellen und personellen Krise des Börsenunternehmens. "Ich verfolge zwar, was da passiert, weil ich ja nicht im luftleeren Raum lebe. Aber im Vorfeld des Spiels werde ich mich mit keiner Silbe zu diesem Thema äußern", bat der ehemalige Libero vor der Partie des achten Spieltags der Fußball-Bundesliga um Verständnis für seine verbale Mauertaktik.

Nicht einmal telefoniert habe er in der Woche mit dem Widersacher, obwohl Sammer noch gute Verbindungen zu Dortmunder Spielern oder seinem damaligen Ziehvater Gerd Niebaum, dem Präsidenten und Geschäftsführer der inzwischen mit knapp 119 Mill. Euro hoch verschuldeten Kommanditgesellschaft auf Aktien, pflegt. "Ich hatte keinen Kontakt", versicherte der 37-Jährige.

Diese Funkstille bedeutet aber keineswegs, dass sich Sammer nicht mit der prekären Situation beim BVB befassen würde. "Klar habe ich meine Meinung dazu, wie wohl jeder in der Bundesliga auch. Ich mache mir vielleicht fünf Minuten länger Gedanken als ein anderer", deutete der Ex-Borusse an, wie sehr ihm die Krise der Westfalen im Kopf herumgeistert.

Schließlich hat der frühere DDR-Fußballstar nach seinem Wechsel von Dynamo Dresden zum West-Club VfB Stuttgart (1990) mit dem bislang letzten Meistertitel der Schwaben (1992) als Krönung und nach dem sechs Monate langen Missverständnis mit Inter Mailand in Dortmund von 1993 an seine erfolgreichsten Jahre als Profi und Trainer erlebt. Europameister, Champions-League-Sieger, zwei Mal Deutscher Meister bis zu seiner schweren, das Aus bedeutenden Meniskusverletzung am 4. Oktober 1997 waren die größten Triumphe des "ackernden Ästheten und filigranen Schaffers" (Frankfurter Rundschau) als Spieler.

Niebaum schenkte seinem Zögling dann nach einer drei Monate kurzen Probezeit als Assistent von Udo Lattek sein volles Vertrauen und machte den 32-Jährigen in der Saison 2000 zum jüngsten Cheftrainer der deutschen Fußball-Beletage. Nach der Qualifikation für die Champions League zum Einstand holte der akribische Fleißarbeiter in seinem zweiten Jahr mit den Schwarz-Gelben gleich den Meistertitel.

Champions-League-Teilnahme und deutsche Meisterschaft sind auch die Top-Ziele Sammers mit dem VfB. Für den mit einer Schwäbin verheirateten Sachsen war der Wechsel im Sommer nach Stuttgart so etwas wie die Rückkehr in die Heimat. Dem unter Felix Magath an Höheflüge gewöhnten Verein bekommt die "Sammer-Time" bislang bestens. Platz zwei hinter dem Überraschungs-Spitzenreiter VfL Wolfsburg, torgefährlichster Angriff, sicherste Abwehr, dazu ein attraktives Spiel, weist Sammers als beeindruckende Zwischenbilanz vor.

Die stolze Serie von elf Spielen ungeschlagen in Bundesliga, Uefa-Cup und DFB-Pokal will der ehrgeizige Erfolgs-Coach natürlich gegen seinen Ex-Club fortsetzen. "Das ganze Drumherum in Dortmund darf uns nicht in Sicherheit wiegen", warnte er deshalb seine Mannschaft. "Wir müssen an unser Limit gehen, um zu gewinnen."

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