VW als Interessent für Scania gehandelt
Volvo will Mitsubishi-Beteiligung behalten

Die Schweden betonen, dass sie den Anteil an Mitsubishi als strategisches Investment sehen. Ihren Anteil an Scania wollen sie dagegen schnellstmöglich abgeben.

Reuters FRANKFURT. Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo will seine Nutzfahrzeug-Allianz mit dem japanischen Autohersteller Mitsubishi Motors auf jeden Fall beibehalten. Der Chef der Volvo-Lkw-Sparte, Tryggven Sthen, sagte anlässlich der Internationalen Automobilausstellung Nutzfahrzeuge heute in Frankfurt, "wir sehen den Anteil an Mitsubishi als ein strategisches Investment an". Die Kooperation mit Mitsubishi sei gut, und die Beteiligung an der künftigen Lkw-Tochter bringe seinem Unternehmen gute Chancen. In dem Anteil am schwedischen Konkurrenten Scania sieht Volvo dagegen inzwischen eine reine Finanzbeteiligung.

Volvo-Anteil an Mitsubishi Nutzfahrzeug-Sparte steigt

Volvo ist bislang mit rund fünf Prozent an Mitsubishi Motors beteiligt und soll im kommenden Jahr knapp 20 % der Anteile der auszugliedernden Nutzfahrzeug-Sparte von Mitsubishi, Mitsubishi Fuso Truck and Bus Company, erhalten. Mit Mitsubishi ist auch die Daimler-Chrysler AG eine Allianz eingegangen, bei der der Stuttgarter Konzern zunächst 34 % der Anteile von Mitsubishi Motors übernehmen wird. Die Allianz der beiden Unternehmen ist aber auf Pkw und Nutzfahrzeuge beschränkt. In den Medien gab es immer wieder Spekulationen, Daimler-Chrysler strebe ein Ausscheiden von Volvo aus der Allianz mit der Mitsubishi-Lkw-Sparte an, um selbst Zugriff auf die als am rentabelsten geltende Mitsubishi-Sparte zu erhalten.

Zur Beteiligung am schwedischen Konkurrenten Scania sagte Sthen, dabei handele es sich nunmehr um eine reine Finanzbeteiligung. "In der Tat wollen wir einen Weg finden, um den Anteil zu verkaufen", sagte er. Sthen verwies aber darauf, dass die Europäische Kommission dem Unternehmen dafür eine Zeit von drei Jahren lasse. Es gebe also viel Zeit, um einen guten Käufer zu finden. "Es gibt viele Optionen", sagte Sthen.

Durch Renault-Übernahme zum zweitgrößten Lkw-Hersteller

Volvo wollte Scania ursprünglich übernehmen und hält nach früheren Angaben rund 46 % des Kapitals des Konkurrenten. Die Europäische Kommission untersagte das Vorhaben jedoch aus Wettbewerbsgründen. Inzwischen hat Volvo die Übernahme der Lkw-Sparte des französischen Renault-Konzerns vereinbart. Das Unternehmen wird dadurch zum zweitgrößten Lkw-Hersteller der Welt nach Daimler-Chrysler. Als Auflage für die Genehmigung dafür verlangt die Europäische Kommission von Volvo aber, den Scania-Anteil zu verkaufen. Als potenzieller Interessent dafür gilt der Volkswagen-Konzern, der im März 18,7 % des Kapitals und 34 % der Stimmrechte von Scania erworben hatte.

Zur Geschäftsentwicklung sagte Sthen, in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres habe der weltweite Lkw-Absatz von Volvo um fünf Prozent auf 51 414 Fahrzeuge abgenommen. Ursache hierfür sei ein starker Absatzrückgang in Nordamerika, wo der Absatz um 30 % auf 16 028 Fahrzeuge gesunken sei. In Europa habe der Absatz dagegen um fünf Prozent auf 27 705 Fahrzeuge zugenommen.

In den USA ist der gesamte Markt für schwere Nutzfahrzeuge zuletzt deutlich geschrumpft. Sthen sagte, der Markt entwickele sich dramatisch. "Die Verkäufe sind deutlich gesunken, und wir erwarten einen weiteren Rückgang im kommenden Jahr", sagte er. Auslöser des starken Marktrückgangs sei die Überproduktion in der Branche, höhere Kraftstoffkosten sowie höhere Kosten für Versicherungen und Bankkredite. "Aber wir haben eine starke Produktfamilie", sagte Sthen. Außerdem habe sich Volvo als erster an die veränderte Marktsituation angepasst.

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