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VW entscheidet Geländewagen-Produktionsort nach Tarifverhandlungen

Im Tarifstreit hat der Automobilkonzern Volkswagen den Druck auf die Belegschaft erhöht und erstmals die anstehende Standort-Entscheidung über ein Geländewagenmodell mit dem Ausgang der laufenden Gespräche verknüpft. "Wir werden bei der Entscheidung über den Produktionsstandort für den geplanten kompakten Geländewagen auf Golf-Basis erst das Ergebnis der Verhandlungen abwarten", sagte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe) auf dem Pariser Autosalon.

dpa-afx PARIS. Im Tarifstreit hat der Automobilkonzern Volkswagen den Druck auf die Belegschaft erhöht und erstmals die anstehende Standort-Entscheidung über ein Geländewagenmodell mit dem Ausgang der laufenden Gespräche verknüpft. "Wir werden bei der Entscheidung über den Produktionsstandort für den geplanten kompakten Geländewagen auf Golf-Basis erst das Ergebnis der Verhandlungen abwarten", sagte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe) auf dem Pariser Autosalon.

Dies sei angesichts des langen Vorlaufs bis zur Markteinführung kein Problem für den Konzern. Bislang habe VW eine Entscheidung über den Produktionsstandort für einen geplanten Geländewagen auf Golf-Basis für Ende Oktober angekündigt, berichtet die Zeitung weiter.

VW-Sprecher Dirk Große-Leege erklärte, es gehe aber nicht darum, den Druck auf die Belegschaft zu erhöhen. Der Konzern habe mehrfach betont, dass es das Ziel sei, die deutschen Standorte wettbewerbsfähig zu erhalten und dort die Beschäftigung zu sichern. Um den Bau des neuen Wagen konkurrieren auch ausländische VW-Werke.

Der kompakte Geländewagen werde nur in Wolfsburg gebaut, wenn die dortige Belegschaft bei den Arbeitskosten rund 140 Mill. Euro einspare, habe VW-Personalchef Peter Hartz bereits klar gemacht, hieß es weiter. Sonst gehe die Produktion ins Ausland. VW verspreche sich von dem neuen Modell ein Absatzvolumen von 100 000 Stück pro Jahr.

Das VW-Management erhöhe damit den Druck auf die Beschäftigten in Deutschland, die dem VW-Haustarif unterliegen. Die Fronten bei den Verhandlungen, die am 5. Oktober fortgesetzt werden, gelten nach der ersten Runde als verhärtet. Pötsch sagte dem Blatt, es sei nicht auszuschließen, dass es zu einem Streik kommen könnte.

Zudem hat VW nach dem überraschenden Scheitern des Einstiegs von Abu Dhabi seine Suche nach einem neuen Großinvestor vorerst eingestellt, schreibt die Zeitung weiter. Das Thema sei erst einmal erledigt, sagte Pötsch. Das Emirat hatte vergangene Woche seine Pläne aufgegeben, ein VW-Aktienpaket von 9,8 Prozent zu erwerben.

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