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VW kürzt Investionen und baut Vorstand um

Der unter Absatzproblemen und zu hohen Kosten leidende Autokonzern Volkswagen fährt seine Investitionen deutlich zurück. 2005 und 2006 will das Unternehmen im Konzernbereich Automobile 16,3 Mrd. Euro investieren.

dpa-afx WOLFSBURG. Der unter Absatzproblemen und zu hohen Kosten leidende Autokonzern Volkswagen fährt seine Investitionen deutlich zurück. 2005 und 2006 will das Unternehmen im Konzernbereich Automobile 16,3 Mrd. Euro investieren. Dies sei gegenüber der bisherigen Planung eine weitere Reduzierung, teilte VW nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag in Wolfsburg mit. Eine Vergleichszahl für die ursprünglich geplante Investitionssumme gab das Unternehmen nicht bekannt.

Der Aufsichtsrat stimmte zudem der Verpflichtung des früheren Daimler-Chrysler-Vorstands Wolfgang Bernhard zu. Gehen muss dagegen der bisherige Strategie-Vorstand Jens Neumann. Bernhard wird zum 1. Februar 2005 Mitglied des Vorstands, zunächst ohne Geschäftsbereich. Spätestens zum 1. Januar 2006 übernimmt er den Vorsitz der Marke Volkswagen.

Weitere Aufgaben FÜR Pischetsrieder

Neumanns Vorstandsbereich "Konzernstrategie, Treasury, Recht und Organisation" entfällt ab 1. Januar 2005. Die finanzbezogenen Aufgaben werden von Finanzchef Hans Dieter Pötsch übernommen. Die Bereiche "Strategie, Recht und Organisation" verantworte künftig der VW-Chef Bernd Pischetsrieder, hieß es weiter.

Der Ex-Chrysler-Vize Bernhard war Ende April vom Daimler-Chrysler - Aufsichtsrat überraschend von dem für ihn vorgesehenen Posten des Chefs der Mercedes Car Group entbunden worden. Er hatte intern Mercedes als Sanierungsfall bezeichnet und damit sowohl die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat als auch Mercedes-Chef Jürgen Hubbert gegen sich aufgebracht.

Die Sachinvestitionen im Kerngeschäft Auto schrumpfen um 0,7 Mrd. Euro beziehungsweise sechs Prozent auf 11,8 Mrd. Euro. Ein Konzernsprecher betonte, VW werde künftig alle zwei Jahre die Investitionspläne überprüfen. Der bisher gepflegte Fünf-Jahres-Zyklus werde aufgegeben, um zeitnaher entscheiden zu können. Kürzlich hatte sich VW mit der Gewerkschaft IG Metall auf ein milliardenschweres Sparpaket geeinigt.

Investitionsquote Unter sieben Prozent

VW hatte die Investitionsquote in 2004 bereits deutlich reduziert. In den kommenden zwei Jahren werde diese sich "nachhaltig auf unter sieben Prozent belaufen und damit auf einem wettbewerbsfähigen Niveau liegen", hieß es. "Hier kommen vor allem unsere verstärkten Anstrengungen zur Optimierung der Einmalaufwendungen im Rahmen des Programms Formotion zum Ausdruck", sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

In China, wo VW in den vergangenen Monaten stark unter Druck geraten ist, kürzen die Wolfsburger gemeinsam mit ihren lokalen Joint-Venture-Partnern die Ausgaben erheblich. Geplant sind in den kommenden zwei Jahren Investitionen von 2,1 Mrd. Euro, 0,6 Mrd. Euro oder 22 Prozent weniger als urspünglich geplant.

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