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VW legt erneut rückläufiges Ergebnis vor - Prognose bleibt

Der Volkswagen-Konzern hat in den ersten neun Monaten und im dritten Quartal ein schlechteres Ergebnis als noch vor einem Jahr eingefahren, gleichzeitig aber seine Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt.

dpa-afx WOLFSBURG. Der Volkswagen-Konzern hat in den ersten neun Monaten und im dritten Quartal ein schlechteres Ergebnis als noch vor einem Jahr eingefahren, gleichzeitig aber seine Prognosen für das Gesamtjahr bestätigt. Vor allem der Vorleistungen für das Kostensenkungsprogramm "Formotion" aber auch starke Wechselkurseffekte hätten das Ergebnis belastet, teilte Volkswagen am Donnerstagmorgen in Wolfsburg mit. Die Erwartungen der Analysten wurden zum Teil nicht erreicht, gleichwohl kletterte die Aktie an der Börse. Unterdessen beginnt am Donnerstag die fünfte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der westdeutschen Werke.

In den ersten neun Monaten erwirtschaftete VW ein operatives Ergebnis (Ebit) nach Sonderposten von 1,242 Mrd. Euro. Von dpa-AFX befragte Experten hatten mit 1,19 Mrd. Euro gerechnet. Im vergangenen Jahr hatte VW in den ersten neun Monaten ein operatives Ergebnis von 1,73 Mrd. Euro erzielt.

Drittes Quartal

Im dritten Quartal fiel das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen von 510 Mill. Euro im Vorjahr auf nunmehr 391 Mill. Euro. Befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit 341,44 Mill. Euro gerechnet. Der Überschuss betrug 76 Mill. Euro nach 217 Mill. Euro im Vorjahr (Prognose: 127,5 Mio). Dabei setzten die Wolfsburger 21,456 Mrd. Euro um, im dritten Quartal 2003 waren es 21,281 Mrd. Euro gewesen.

An der Börse kletterte die VW-Aktie zuletzt um 2,50 Prozent auf 35,21 Euro. Analyst Oliver Girzick von der Bayerischen Landesbank sagte, dass die Zahlen zwar unter den allgemeinen Erwartungen gelegen hätten, doch das operative Ergebnis vor Sondereffekten besser als erwartet ausgefallen sei.

Prognosen Bestätigt - 'Formotion'

Die Wolfsburger halten auch weiter an ihrem zuletzt zur Halbjahresbilanz gesenkten Ziel fest, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis vor Sonderposten in Höhe von 1,9 Mrd. Euro zu erwirtschaften. Auch für das Kostensenkungsprogramm "Formotion" bleibt VW weiterhin bei den gesteckten Zielen: So soll in diesem Jahr im Rahmen des Programms eine Summe von deutlich über 1 Milliarde Euro eingespart werden.

Dabei setzt Volkswagen den Rotstift vor allem in der Produktion an. In den ersten neun Monaten seien nun insgesamt über 850 Mill. Euro eingespart worden, hieß es. Dabei dürfte der Konzern vor allem im dritten Quartal gut vorangekommen sein, bei der Halbjahresbilanz war noch die Rede von über 400 Mill. Euro gewesen. Gleichzeitig stehen den Einsparungen Kosten für "Formotion" gegenüber.

Bislang hat VW in den ersten neun Monaten 224 Mill. Euro Vorleistungen in die Bilanz gestellt, im dritten Quartal waren es 96 Mill. Euro. Für das Gesamtjahr sind 400 Mill. Euro angekündigt. Den größten Teil der Einsparungen aus Formotion - über drei Mrd. Euro - will VW im kommenden Jahr realisieren. Es seien bereits 88 Prozent der Einsparziele für 2005 identifiziert und 60 Prozent durch Entscheidungen abgesichert.

Absatz - Tarifverhandlungen

Im Laufe des bisherigen Jahres hatte Volkswagen besonders mit seinem Markt in Nordamerika zu kämpfen. Dort ging der Absatz bis September um 10,1 Prozent auf 423 707 Fahrzeuge zurück. In Deutschland lag der Absatz um 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Vor allem dank steigender Nachfrage im südamerikanischen Raum kletterte der weltweite Absatz hingegen um 1 Prozent auf 3,747 Mill. Fahrzeuge.

Unterdessen verschlechterte sich in den ersten neun Monaten das operative Ergebnis der Markengruppe Volkswagen (VW, Skoda, Bentley) von 388 Mill. Euro auf minus 47 Mill. Euro. Die Markengruppe Audi (Audi, Seat, Lamborghini) steigerte sich operativ hingegen von 814 auf 877 Mill. Euro. Der Bereich Finanzdienstleistungen/Europcar lieferte ein operatives Ergebnis von 768 Mill. Euro nach 750 Mill. im Vorjahr, im dritten Quartal sackte das Ergebnis von 303 auf 258 Mill. Euro.

An diesem Donnerstag läuft die fünfte Runde der Tarifverhandlungen zwischen IG Metall und dem Volkswagen-Management für die 103 000 Beschäftigten in den westdeutschen Werken. Die IG Metall hat mit ersten Warnstreiks für Anfang November gedroht, sollte es zu keiner Einigung kommen. VW-Personalvorstand Peter Hartz hatte am Morgen Kompromissbereitschaft angekündigt. Weltweit beschäftigt VW inzwischen 343 142 Mitarbeiter, 1,9 Prozent mehr als Ende 2003.

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