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VW schreibt Jahresziel ab - 2. Quartal rückläufig - Über Prognose

(dpa-AFX) Wolfsburg - Der Autokonzern Volkswagen < VOW.ETR > hat wegen der schwachen Nachfrage auf seinen wichtigsten Märkten im zweiten Quartal wie auch im gesamten ersten Halbjahr ein schlechteres Ergebnis eingefahren als noch im Vorjahr. Allerdings war das Resultat deutlich besser als von Analysten erwartet. Zudem erhöhte der Konzern sein Einsparziel für das Kostensenkungsprogramm "Formotion". Gleichzeitig senkte VW seine Prognose für das Gesamtjahr.

(dpa-AFX) Wolfsburg - Der Autokonzern Volkswagen < VOW.ETR > hat wegen der schwachen Nachfrage auf seinen wichtigsten Märkten im zweiten Quartal wie auch im gesamten ersten Halbjahr ein schlechteres Ergebnis eingefahren als noch im Vorjahr. Allerdings war das Resultat deutlich besser als von Analysten erwartet. Zudem erhöhte der Konzern sein Einsparziel für das Kostensenkungsprogramm "Formotion". Gleichzeitig senkte VW seine Prognose für das Gesamtjahr.

Volkswagen rechnet nun damit, in diesem Jahr ein operatives Ergebnis vor Sonderposten von 1,9 Milliarden Euro erreichen zu können. Bislang wollten die Wolfsburger ihr Ergebnis des Vorjahres von 2,5 Milliarden Euro noch übertreffen.

2. Quartal Rückläufig

Das schwache zweite Quartal machte jedoch einen Strich durch diese Rechnung. So rutschte das operative Ergebnis nach Sonderposten von 616 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 522 Millionen Euro. Vor Sondereinflüssen steigerte sich das operative Ergebnis von 616 auf 650 Millionen Euro. Der Überschuss rutschte von 394 auf 357 Millionen Euro. Die durchschnittliche Expertenprognose hatte hier 179 Millionen Euro betragen. Beim Vorsteuerergebnis blieben Volkswagen nach 679 Millionen Euro im Vorjahr nurmehr 595 Millionen übrig. Der Umsatz stieg von 22,133 auf 23,993 Milliarden Euro. Hier sahen die befragten Experten durchschnittlich 22,675 Milliarden Euro voraus.

Unter Analysten und am Markt wurde das Ergebnis ungeachtet der gesenkten Prognose positiv bewertet. Die Aktie zog zuletzt um knapp 2 Prozent auf 33,30 Euro an. "Das Ergebnis liegt über dem Höchstkonsensus und die operative Performance von VW war in jedem Fall gut", sagte Oliver Girzick von der Bayerischen Landesbank. Zudem habe der Konzern seine Prognose weitaus geringer gesenkt, als in den vergagenen Tagen spekuliert worden war, hieß es unter Händlern. "Dies ist ein positives Signal", sagte auch Autoanalyst Girzick.

Auf eine Senkung der Jahresprognose hatte der Markt bereits seit längerem gewartet. In den letzten Tagen war in der Gerüchteküche die Spanne von 1,5 bis 2 Milliarden Euro gehandelt worden, auf die der Konzern seine Prognose senken werde.

Viele Baustellen

Bei Volkswagen "brennt es" nach Ansicht von Analysten derzeit an vielen verschiedenen Stellen. So machten unter anderem das schwache US-Geschäft, der jüngste Absatzeinbruch in China, Belastungen durch Wechselkurseffekte und das Auslaufen einzelner Modelle wie dem Passat sowie der zunächst schwache Anlauf des neuen Golf dem Konzern zu schaffen. Im ersten Halbjahr war die Zahl der Auslieferungen an Kunden zwar um 1,7 Prozent auf 2,516 Millionen Fahrzeuge gestiegen. In Nordamerika aber blieb die Zahl um 8,6 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Auch in Deutschland rutschte die Zahl der Neuzulassungen um 1,3 Prozent unter das Vorjahresniveau.

In Wolfsburg herrscht zwar nach vehementen Beteuerungen des Konzerns noch keine Krisenstimmung, doch müssen sich die Mitarbeiter auf deutliche Einsparbemühungen gefasst machen. Personalvorstand Peter Hartz hatte unmittelbar vor den um eine Woche verlängerten Werksferien bereits weitere Belastungen in Aussicht gestellt. Man werde "zusätzliche unbequeme Wege" einschlagen müssen.

Einsparziel Ausgeweitet

Am Freitag kündigte der Konzern in diesem Zusammenhang eine Verschärfung seines Anfang des Jahres aufgelegten Kostensenkungsprogramms "Formotion" an. Anstatt der bisher eingeplanten 2 Milliarden Euro solle das "Formotion" nun bis zum Jahr 2005 zu Ergebnisverbesserungen von mindestens 3 Milliarden Euro führen. Hinzu kommen schon früher geplante Einsparungen von 2 Milliarden Euro.

Auch für dieses Jahr erhöhte der Konzern das Sparpotenzial für "Formotion" von 800 Millionen Euro auf deutlich über eine Milliarde Euro. Das Programm ist unterdessen im zweiten Quartal nach Unternehmensangabe bereits gut vorangekommen. Kosten über 400 Millionen Euro seien bereits eingespart. Zu Ende März hatte Volkswagen das Programm mit 3 Prozent - also 60 Millionen Euro - erfüllt.

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