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VW-Tarifkonflikt: Fronten weiter verhärtet - Verhandlungen vertagt

Im Tarifkonflikt um drastische Kostensenkungen beim Autobauer Volkswagen ist weiter keine Einigung in Sicht.

dpa-afx HANNOVER. Im Tarifkonflikt um drastische Kostensenkungen beim Autobauer Volkswagen ist weiter keine Einigung in Sicht. Die Verhandlungen für die rund 103 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken wurden am späten Donnerstagabend in Hannover ergebnislos auf den nächsten Montag vertagt. Nach Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht gibt es nach Gewerkschaftsangaben erste Warnstreiks in den VW-Werken Hannover, Braunschweig und Kassel. Zu Wochenbeginn sollen die befristeten Warnstreiks fortgesetzt werden.

IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine kritisierte nach rund zwölfstündigen Gesprächen, VW sei der Gewerkschaft in der fünften Tarifrunde nicht entgegengekommen. Volkswagen habe damit die letzte Chance zur Einigung innerhalb der Friedenspflicht vergeben. Nun würden VW-Beschäftigte mit Warnstreiks Druck machen. Bereits in den vergangenen Tagen hatten VW-Beschäftigte auf Kundgebungen gegen den Sparkurs des Unternehmens protestiert, so auch am Donnerstag vor dem Verhandlungsort in Hannover.

Dagegen kritisierte VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn, die IG Metall sei nicht bereit, das Unternehmen auf der Kostenseite ausreichend zu entlasten. Volkswagen brauche aber einen "großen Schritt zur Kostenentlastung seiner deutschen Standorte". Die IG Metall aber wage nur kleine Schritte. Ohne eine massive Kostenentlastung rechne sich in Deutschland jedoch weder die Herstellung neuer Produkte und Komponenten, noch sei eine Beschäftigungssicherung machbar.

VW will die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Mrd. Euro oder 30 Prozent senken, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens zu erhalten. Am Donnerstag hatte VW für die ersten neun Monate einen Gewinneinbruch gemeldet.

Meine sagte, beim Thema Arbeitsplatz-Sicherung für die Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken sei eine Einigung "prinzipiell möglich". Dies ist die Kernforderung der IG Metall. Die ostdeutschen VW-Werke haben einen eigenen Tarifvertrag. Die von VW im Gegenzug gestellten Bedingungen seien aber weiterhin überzogen und inakzeptabel.

Meine kritisierte vor allem die Absicht von VW, die Einkommen der Beschäftigten für mehrere Jahre einzufrieren. Dies sei faktisch eine mehrjährige Nullrunde und mit der IG Metall nicht zu machen.

Zuvor hatte Meine mit Blick auf die Krise bei Opel gesagt, in der derzeitigen Lage der deutschen Autoindustrie seien sichere Arbeitsplätze das "A und O". Der Preis, den VW dafür verlange, sei aus Sicht der Gewerkschaft aber noch zu hoch.

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