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VW-Tarifkonflikt: IG Metall will Angebot nicht nachbessern - Protestaktionen

Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei Volkswagen will die IG Metall ihr Kompromiss-Angebot nicht nachbessern. "Wir sind bereits einen großen Schritt auf Volkswagen zugegangen", sagte IG Metall-Verhandlungsführer und Bezirkschef Hartmut Meine in einem dpa-Gespräch in Hannover.

dpa-afx HANNOVER. Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei Volkswagen will die IG Metall ihr Kompromiss-Angebot nicht nachbessern. "Wir sind bereits einen großen Schritt auf Volkswagen zugegangen", sagte IG Metall-Verhandlungsführer und Bezirkschef Hartmut Meine in einem dpa-Gespräch in Hannover. "Jetzt ist VW am Zug." Als Reaktion auf die ergebnislose vierte Tarifrunde am Donnerstag kündigte Meine Protestaktionen der IG Metall in der nächsten Woche an, um den Druck auf VW zu erhöhen.

Die nächste Tarifrunde ist am 28. Oktober geplant. Falls es dann nicht zu einer Einigung komme, was sehr wahrscheinlich sei, werde es Anfang November Warnstreiks geben, bekräftigte Meine. Die Warnstreiks würden massiv ausfallen. "Dann kriegt VW ein Problem", sagte Meine. "Ich gehe davon aus, dass es möglich ist, durch Warnstreiks einen solchen Druck zu entfalten, dass wir ein für uns akzeptables Ergebnis erzielen."

Vorschlag DER Vernunft

Das am Donnerstag vorgelegte Angebot der IG Metall bezeichnete Meine als "Vorschlag der Vernunft". Die Gewerkschaft rückt darin unter anderem von ihrer ursprünglichen Forderung nach vier Prozent mehr Geld ab. Stattdessen will sie den um etwa die Hälfte geringeren Flächen-Tarifabschluss dieses Jahres akzeptieren.

Voraussetzung sei aber, dass ein akzeptables Ergebnis bei der tarifvertraglich geregelten Absicherung der 103 000 Arbeitsplätze in den sechs westdeutschen VW-Werken erzielt werde. Dies ist die Kernforderung der Gewerkschaft. VW hatte sich dazu bereits grundsätzlich bereit erklärt, falls die IG Metall im Gegenzug drastischen Kostensenkungen zustimmt.

Geringere Löhne FÜR Neueingestellte

Zudem hatte die IG Metall vorgeschlagen, dass Neueingestellte und übernommene Auszubildende künftig weniger verdienen sollen als bisher Beschäftigte. "Das ist für uns ein historischer Schritt", sagte Meine. Die schwierige Situation des Unternehmens rechtfertige aber ein solches Vorgehen. VW hatte das Angebot abgelehnt. Die Gewerkschaft sei dem Unternehmen beim Thema Kostensenkung nicht entgegengekommen.

Meine warf VW vor, der IG Metall ein "Tarifdiktat" aufdrücken zu wollen. "Volkswagen hält starr an seinen Positionen fest. Das ist für uns nicht akzeptabel." VW-Chef Bernd Pischetsrieder und der VW - Vorstand hätten offensichtlich "völlig unrealistische Vorstellungen darüber, was mit der IG Metall und den Belegschaften zu machen ist".

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