VW und MLP im Blickpunkt
Dax schließt deutlich im Plus

Kräftige Kursgewinne der Technologiewerte haben den Deutschen Aktienindex (Dax) am Mittwoch ein deutliches Plus beschert. Im Rampenlicht stand daneben der Automobilhersteller Volkswagen, der am Morgen einen unerwartet hohen Einbruch des Vorsteuergewinns für das dritte Quartal bekannt gegeben hatte.

Reuters FRANKFURT. Die High-Tech-Branche habe von den anziehenden Kursen an der US-Technologiebörse Nasdaq profitiert, sagten Händler. Die Stimmung in den USA sei durch die Aussage von IBM-Chef Sam Palmisano, die Weltwirtschaft habe ihre Talsohle erreicht, aufgehellt worden. Offenbar hätten US-Anleger auch deutsche Technologieaktien gekauft, fügten die Börsianer mit Blick auf die am Nachmittag gestiegenen Aktienumsätze in Deutschland hinzu. Außerdem seien die Kursverluste der vergangenen Tage übertrieben gewesen. Die weiteren Aussichten für den Dax seien angesichts der Konjunkturflaute und der Diskussionen um Steuererhöhungen aber trübe.

Kräftige Verluste verbuchten derweil die Aktien von MLP. Auslöser waren Spekulationen um die jüngste Geschäftsentwicklung des Finanzdienstleisters.

Dax zieht parallel zu festeren US-Börsen an

Der Dax schloss am Mittwoch 3 % höher bei 3 113,59 Zählern, während der Nebenwerte-Index MDax um 1,3 % auf 3 076,31 Punkte stieg. Am Neuen Markt zog derweil der Auswahlindex Nemax 50 um 2,9 % auf 427,85 Zähler an.

An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,4 % im Plus bei 8398 Stellen, während der Nasdaq-Index 1,6 % auf 1322 Punkte gewann. Die beiden Indizes waren mit leichten Verlusten beziehungsweise fast unverändert in den Handel gestartet.

Das deutsche Börsenbarometer hat sich trotz der Rally der vergangenen Wochen seit Jahresbeginn schlechter entwickelt als alle anderen großen internationalen Indizes. "Schauen Sie sich die deutsche Wirtschaft und die deutsche Politik an und Sie wissen, warum", brachte der Händler Andreas Scheller von Merck Finck die Stimmung am Markt auf den Punkt. "Wir sehen kein Licht am Ende des Tunnels", ergänzte ein anderer Händler.

VW-Aktie nach Zahlen stark schwankend

Die Aktien von VW reagierten mit einer Berg- und Talfahrt auf die Bekanntgabe der Geschäftszahlen. Sie schlossen 0,4 % im Plus bei 36,35 Euro, nachdem sie zuvor in einer Spanne von plus 2,7 bis minus 2,4 % geschwankt hatten.

Trotz des Gewinneinbruchs ergebe sich nach Abzug aller Sonderbelastungen wie beispielsweise die Markteinführung des Geländewagens "Touareg" ein solides Ergebnis, sagten Analysten. "Das ist kein gutes Jahr für Volkswagen, aber gemessen an dem schwierigen Markt, ist es wiederum nicht so schrecklich", sagte der Analyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Die kurzzeitigen Verluste begründete der Fondsmanager Gerald Rössel von Invesco Asset Management damit, dass viele Anleger offenbar fürchteten, die Geschäftsprognosen für das vierte Quartal seien zu optimistisch und müssten reduziert werden.

Tech- und Bankenwerte von Vortagesverlusten erholt

Am Nachmittag schoben sich die Aktien von Epcos mit einem Plus von 12 % auf 10,48 Euro an die Spitze der Dax-Gewinner. Die Aktien der Börsenschwergewichte Siemens und SAP stiegen um 6,6 % auf 45,29 Euro beziehungsweise um 6,5 % auf 77,84 Euro.

Bei den Banken waren die Papiere der Deutschen Bank gefragt. Sie verteuerten sich um 6,5 % auf 43,41 Euro. Offenbar setzte sich am Markt die Hoffnung durch, die am Donnerstag zur Veröffentlichung anstehenden Geschäftszahlen würden gut ausfallen. Am Vortag hatten Sorgen von schlechten Ergebnissen die Aktie noch um gut sieben Prozent abrutschen lassen.

Die Dax-Verliererliste führten derweil die Aktien von MLP mit einem Minus von 5,1 % auf 11,80 Euro an. Händlern zufolge belastete ein Bericht des Börsenbriefes "Prior Börse" (Mittwochausgabe) das Papier. Darin hieß es, das dritte Quartal sei so schlecht verlaufen, dass die bereits reduzierte Gewinnprognose für 2002 erneut gesenkt werden müsse. "An Spekulationen beteiligen wir uns nicht, schon gar nicht, wenn sie von Herrn Prior kommen", sagte ein MLP-Sprecher. Außerdem sei das Geschäft mit fondsgebundenen Lebensversicherungen entgegen dem Prior-Bericht weiter intakt.

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