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VW-Warnstreiks ausgeweitet - Bundespräsident ruft zu Einigung auf

Die Warnstreiks bei Volkswagen sind ausgeweitet worden: Im Tarifkonflikt bei Europas größtem Autobauer beteiligten sich am Montag nach Gewerkschaftsangaben mehr als 12 000 Beschäftigte an befristeten Arbeitsniederlegungen.

dpa-afx HANNOVER/KASSEL. Die Warnstreiks bei Volkswagen sind ausgeweitet worden: Im Tarifkonflikt bei Europas größtem Autobauer beteiligten sich am Montag nach Gewerkschaftsangaben mehr als 12 000 Beschäftigte an befristeten Arbeitsniederlegungen. Die sechste Runde der Verhandlungen sollte am frühen Nachmittag in Hannover beginnen. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft IG Metall, Hartmut Meine, erwartet, dass es eine Vorentscheidung über die Möglichkeiten einer Einigung geben wird.

Bundespräsident Horst Köhler rief beide Seiten unterdessen zu einer schnellen Lösung auf. Bei seinem offiziellen Antrittsbesuch in Niedersachsen sagte Köhler am Montag: "Ich denke, dass wir alle ein Interesse daran haben, dass der Konflikt möglichst bald beigelegt wird." Das Ergebnis werde für ganz Deutschland als Standort der Automobilproduktion von Bedeutung sein, sagte der Bundespräsident.

VW-Beschäftigte hatten zuvor aus Protest gegen die aus ihrer Sicht unzureichenden Angebote der Konzernführung am Morgen die Arbeit befristet niedergelegt. Im VW-Werk in Braunschweig beteiligten sich rund 3 000 Beschäftigte an Warnstreiks, in Kassel waren es 6 000. "Die Hallen sind leer", sagte IG-Metall-Sprecher Ullrich Messmer in Kassel. In Emden nahmen rund 3 000 Arbeiter an einer Kundgebung teil, in Salzgitter standen die Demonstrationen am Mittag unter dem Motto "Es ist fünf vor 12".

Die Tarifverhandlungen für die 103 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken waren bisher ergebnislos verlaufen. Die IG Metall will vor allem eine mittelfristige Garantie für die Arbeitsplätze an den deutschen Standorten durchsetzen. Außerdem verlangt die Gewerkschaft zwei Prozent mehr Lohn. Volkswagen will dagegen mindestens zwei Jahre eine Nullrunde fahren, um die deutschen Jobs wettbewerbsfähig zu halten.

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