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VW zeigt sich bei Streit über Beschäftigungssicherung optimistisch

Zum Auftakt der dritten Tarifrunde bei Volkswagen hat sich der Wolfsburger Autobauer optimistisch gezeigt, dass der Streit um Jobgarantien für die deutschen Beschäftigten beigelegt werden kann.

dpa-afx HANNOVER. Zum Auftakt der dritten Tarifrunde bei Volkswagen hat sich der Wolfsburger Autobauer optimistisch gezeigt, dass der Streit um Jobgarantien für die deutschen Beschäftigten beigelegt werden kann. Die IG Metall erneuerte am Dienstag in Hannover ihre Forderungen nach einer konkreten Zusage zur Arbeitsplatzsicherung in einem Tarifvertrag.

Auch die dritte Verhandlungsrunde wurde von Protestaktionen der Gewerkschaft begleitet. Rund 3 000 VW-Arbeiter wollten mit einer Demonstration vor dem Verhandlungsort ihren Forderungen Nachdruck verliehen. VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn warf der Gewerkschaft vor, es sei illegal, vor Ende der Friedenspflicht am 28. Oktober zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen.

Gewerkschaft Erwartet Signal

Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Niedersachsens IG Metall-Chef Hartmut Meine, sagte: "Wir erwarten, dass VW einen Schritt auf uns zu geht." Die Gewerkschaft wolle ein deutliches Signal, dass Volkswagen bereit sei, die Arbeitsplätze in den sechs westdeutschen VW-Werken in einem Tarifvertrag abzusichern. Betriebsbedingte Kündigungen müssten für eine bestimmte Zeit ausgeschlossen werden. "Die Kollegen sind sauer über die Verhandlungsführung von VW", sagte Meine.

VW-Verhandlungsführer Senn sagte: "Ich gehe davon aus, dass wir ein stückweit konkreter werden, wie sich Arbeitsplätze in Deutschland wirtschaftlich halten lassen. Das ist unser Ziel." Zugleich machte Senn aber deutlich, dass es dazu die VW geforderte Kostensenkung nötig sei.

Kostendruck

Die IG Metall verlangt neben Arbeitsplatzgarantien, die mit konkreten Produktionsentscheidungen abgesichert werden sollen, vier Prozent mehr Geld. Der Autobauer Volkswagen will die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Mrd. Euro oder 30 Prozent senken und angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens eine zweijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern durchsetzen.

Vor der dritten Tarifrunde bei Volkswagen hatten am Montag rund 7 500 VW-Beschäftigte an Protestaktionen in Emden, Kassel und Salzgitter teilgenommen. Mit einem Durchbruch bei den Tarifverhandlungen für die rund 103 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen VW-Werken rechneten Beobachter an diesem Dienstag aber noch nicht. Die Gewerkschaft hatte Warnstreiks angekündigt, falls es bis zum Ende der Friedenspflicht am 28. Oktober nicht zu einer Einigung komme.

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