"W32.Winux "
Virus infiziert erstmals Windows- und Linux-Systeme

Eine Softwarefirma in den USA hat nach eigenen Angaben erstmals einen Computervirus gefunden, der sowohl Windows-Rechner als auch Systeme mit dem freien Betriebssystem Linux infizieren kann.

Reuters SAN FRANCISCO. Das von den Entdeckern auf den Namen W32.Winux getaufte Programm habe keine zerstörerische Wirkung und offenbar noch keine fremden Computer infiziert, teilte der Antiviren-Softwarehersteller Central Command am Dienstag (Ortszeit) mit. Dessen Konkurrent McAfee konnte das Auftauchen von W32.Winux zunächst nicht bestätigen

"Wir haben nicht gedacht, dass so etwas möglich ist", sagte der Chef der zu Central Command gehörenden Firma Medina in Ohio, Keith Peer. "Das ist ein wirklich großer Schritt für die Programmierer von Computerviren." Peer ging jedoch nicht davon aus, dass sich W32.Winux schnell verbreiten wird. Zum einen vermehre sich das Programm nur auf PCs mit dem Pentium-Prozessor von Intel, also nicht auf Servern von Sun Microsystems. Zum anderen sei das Virus anders als die massenhaft in Umlauf gebrachten Viren "Melissa" oder "Love Letter" nicht in der Lage, per E-Mail selbstständig von einem System zum anderen zu springen. "In dieser Beziehung ist es ziemlich altmodisch", sagte Peer.

Seinen Angaben zufolge befällt das Programm alle bekannten Linux-Varianten sowie die jüngeren Windows-Versionen von Microsoft einschließlich 95, 98, ME, NT und 2000. Aktiviert werde das Virus per Doppelklick auf die entsprechende Programmdatei. Danach suche es automatisch nach Windows- und Linux-Anwendungen mit Programmdateien von mindestens 100 Kilobyte Größe und hänge sich dann an diese an.

Der Autor des am Mittwochnachmittag in einer anonymen E-Mail aus Tschechien aufgetauchten Programms nenne sich Benny und gehöre nach eigenen Angaben zu einer Gruppe mit der Bezeichnung 29A. Diese sei bereits in der Vergangenheit durch innovative, aber nicht zerstörerische Viren aufgefallen.

Bei Betriebssystemen für Netzwerk-Server ist Linux ein wichtiger Konkurrent der Microsoft-Produkte Windows NT und Windows 2000. Außerdem findet das offene System immer mehr Anhänger unter PC-Nutzern, die Linux auch auf Computern ohne Netzwerkanbindung an Stelle oder neben Windows nutzen.

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