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Wachsende Spekulationen um Lufthansa-Einstieg bei Eurowings

Die Deutsche Lufthansa wird nach Einschätzung in Branchenkreisen noch in dieser Woche eine Vertiefung ihrer Kooperation mit dem Dortmunder Konkurrenten Eurowings bekanntgeben.

Reuters DORTMUND. Bereits seit dem Wochenende kursieren Spekulationen um eine Übernahme der drittgrößten deutschen Fluglinie durch die Lufthansa, und in den Kreisen hieß es am Dienstag, es könne mit einer Bekanntmachung am Donnerstagmorgen gerechnet werden. Für Analysten würde eine engere Allianz oder eine finanzielle Beteiligung zwischen den beiden Fluggesellschaften durchaus Sinn machen. Als Indiz für ein möglicherweise bevorstehendes Zusammenrücken der beiden wurde auch die Ankündigung von Eurowings gewertet, die Allianz mit der niederländischen KLM aufzukündigen.

Lufthansa und Eurowings wollten die vom Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" aufgebrachten Spekulation um eine Fusion bisher nicht kommentieren. Die beiden Fluggesellschaften arbeiten bereits locker zusammen. So hat die Lufthansa nach eigenen Angaben von Eurowings drei Flugzeuge geleast. Zudem kooperieren die beiden Linie auf der Strecke von Nürnberg nach London/Stansted. Eurowings hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mit rund drei Mill. geflogenen Passagieren 729 Mill. DM umgesetzt. Entstanden ist die Gesellschaft 1993 aus den beiden Gesellschaften NFD Luftverkehrs AG mit Sitz in Nürnberg und der RFG Regionalflug in Dortmund. 99,91 % des Aktienkapitals hält Eurowings-Aufsichtsratchef Albrecht Knauf. Der Rest der Aktien liegt in den Händen der Mitarbeiter. Die Firma beschäftigt 1632 Mitarbeiter und verfügt über 42 Flugzeuge.

Bei Analysten hieß es am Dienstag, für die Lufthansa könnte eine verstärkte Zusammenarbeit mit Eurowings Möglichkeiten zur kostengünstigen Bedienung schwächer nachgefragter Strecken eröffnen. Es werde erwartet, dass der am Mittwoch tagende Lufthansa-Aufsichtsrat den Einstieg bei Eurowings beschließt.

Christian Obst, Analyst bei der Hypovereinsbank in München, glaubt wie andere Branchenkenner daran, dass Lufthansa und Eurowings ihre bestehende Zusammenarbeit intensivieren werden. "Es muss aber nicht gleich eine Übernahme sein", sagte Obst. Die bestehende Kooperation könne auch anders ausgebaut werden. Schon jetzt seien die Flugpläne aufeinander abgestimmt.

Angeheizt wurden die Spekulationen um einen Einstieg der Lufthansa bei Eurowings durch die Ankündigung der Dortmunder Gesellschaft, die bisherige Kooperation mit der niederländischen KLM aufzulösen und durch "neue Formen der Zusammenarbeit" zu ersetzen. KLM habe mit Blick auf ein Kostenreduzierungsprogramm eine solche Umstrukturierung erbeten. Eurowings übernahm bisher bis zu 42 tägliche Zubringerflüge von elf deutschen Flughäfen zum Flughafen Amsterdam.

"Der Spiegel" hatte berichtet, dass die Deutsche BA diese Aufträge übernehmen könnte, wenn KLM wie geplant mit British Airways (BA) fusioniere. Eurowings-Vorstandschef Friedrich-Wilhelm Weitholz hatte jüngst erst erklärt, die Kooperation mit KLM sei "gebremst". Es würden neue Formen der Zusammenarbeit gesucht.

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