Wachsender Druck
USA lassen weitere Gefangene aus Guantanamo frei

Nach zunehmenden Beschwerden aus dem Ausland hat sich das Pentagon entschlossen, in den nächsten Tagen bis zu 15 Afghanistan-Gefangene aus dem Lager Guantanamo Bay (Kuba) freizulassen.

HB/dpa WASHINGTON. Medienberichten vom Dienstag zufolge könnte darunter auch mindestens einer von drei Jugendlichen sein, die seit dem Afghanistan-Krieg auf dem US-Stützpunkt in Isolation gehalten werden. Nach offiziellen Pentagon-Angaben wird die Gruppe der Gefangenen in Kürze afghanischen Behörden überstellt. Sie hätten keinen Nutzen mehr für die Geheimdienste und hätten keine Verbrechen begangen, wie sich bei Vernehmungen herausgestellt habe.

Das US-Militär selbst hatte vor kurzem bestätigt, dass sich unter den rund 650 Gefangenen in Guantanamo, die als Terroristen oder Taliban-Kämpfer verdächtigt werden, auch drei Jungen befinden, die zwischen 13 und 16 Jahre alt sein könnten. Insbesondere das Festhalten dieser Jugendlichen, aber generell auch die lange Gefangenschaft der Männer ohne jeden Außenkontakt und ohne juristische Prozeduren hat zunehmendes Unbehagen im Ausland und Proteste von Menschenrechtsgruppen ausgelöst.

Erst am vergangenen Wochenende war ein Schreiben von Außenminister Colin Powell an Pentagon-Chef Donald Rumsfeld bekannt geworden. Darin hatte Powell Rumsfeld darauf aufmerksam gemacht, dass die anhaltende Gefangenschaft auf unbestimmte Dauer "diplomatische Probleme" bereite. Der Außenminister fragte vor diesem Hintergrund an, ob nicht etwas getan werden könne, um die Prozeduren zu beschleunigen. Bisher haben die USA 22 der Gefangenen freigelassen.

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