Wachstum aus eigener Kraft im Vordergrund: Interbrew hat den Hals erst einmal voll

Wachstum aus eigener Kraft im Vordergrund
Interbrew hat den Hals erst einmal voll

Nach dem großen Schlucken auf dem umkämpften deutschen und internationalen Biermarkt will die größte europäische Brauereigruppe Interbrew die Zukäufe erst einmal verdauen.

HB/dpa LÖWEN. Sollten sich nach den Übernahmen von Beck's, Diebels und Gilde allerdings weitere Filetstücke bieten, will der belgische Konzern dennoch zugreifen. "Wir müssen uns mehr auf das Wachstum aus eigener Kraft konzentrieren", sagte der neue Interbrew-Chef John Brock am Mittwoch in Löwen. "Weitere Zukäufe werden nur noch dann erfolgen, wenn sie strategisch sinnvoll sind und Wertzuwachs bringen."

Zuletzt hatte Interbrew Ende 2002 die Hannoveraner Gilde-Brauerei mit den Marken Hasseröder, Gilde und Wolters gekauft. "Mit dem Gilde-Kauf sind wir zur Nummer zwei in Deutschland geworden", sagte Brock. Experten hatten Interbrew allerdings schon auf Platz 1 in Deutschland vor der Hamburger Holsten-Gruppe gesehen. Bei einer geringen Importquote gelten Übernahmen für ausländische Brauer als einziger Weg, in Deutschland Fuß zu fassen.

2002 hatten Werksschließungen und Restrukturierungsmaßnahmen das Interbrew-Ergebnis stark belastet. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) brach daher um 17,6 Prozent auf 728 Millionen Euro ein. Der Nettogewinn schrumpfte um 13 Prozent auf 467 Millionen Euro - bei einem Umsatzrückgang um 4,3 Prozent auf 7 Milliarden Euro. Interbrew beschäftigt weltweit mehr als 35 000 Beschäftigte - davon derzeit 2000 in Deutschland. Interbrew schloss ein Werk in Breda/Niederlande und baute Kapazitäten im britischen Manchester ab. Diese Maßnahmen drückten das Ergebnis um 108 Millionen Euro, hieß es.

Mit dem deutschen Markt zeigte sich der Konzern mit dem Flaggschiff "Stella Artois" sehr zufrieden. "Beck's ist eine exzellente Marke", sagte Brock. Die Bremer Brauerei Beck & Co habe ihren Ausstoß im Jahr 2002 um 7,8 Prozent gesteigert und war damit die am stärksten wachsende Biermarke Deutschlands. Die Integration von Beck's, wie auch von Diebels, sei abgeschlossen. Der Einbau von Gilde in den Konzern sei auf gutem Weg. Angaben über die künftige Größe der Belegschaften wurden nicht gemacht.

Der börsennotierte Konzern schloss weitere Käufe in Deutschland nicht aus. "Wenn es Übernahmemöglichkeiten gibt, werden wir sie ergreifen", kündigte Brock an. Interbrew braut in rund 20 Ländern der Welt und verkauft mehr als 200 Biermarken in 120 Ländern. Der Bierausstoß betrug im Jahr 2002 rund 97 Millionen Hektoliter nach 90,2 Millionen Hektolitern zuvor.

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