Wachstum der Branche ist erst einmal vorbei
IT-Aufschwung verliert an Dynamik

Für die IT-Industrie brechen wieder deutlich härtere Zeiten an. Nach dem kräftigen Wachstum im ersten Halbjahr muss die Branche im Herbst einen Gang zurück schalten. Im abgelaufenen dritten Quartal lief das Geschäft längst nicht mehr so dynamisch wie in den Monaten zuvor.

HB MÜNCHEN. Zwar erwirtschafteten die meisten IT-Unternehmen von Juli bis September immer noch deutlich mehr Umsatz und Gewinn als im Vorjahr. Doch im Vergleich zum zweiten Quartal mussten die Firmen zum Teil bereits wieder Einbußen hinnehmen. So fiel der Gewinn des koreanischen Elektronik-Konzerns Samsung um rund 15 Prozent auf 2,69 Billionen Won (knapp 1,9 Mrd. Euro). Der Umsatz ging leicht auf 14,34 Billionen Won zurück.

Samsung ist kein Einzelfall. Viele Elektronik-Anbieter leiden darunter, dass die Chip-Preise zuletzt kräftig unter Druck geraten sind. Zudem sind die Preise für Flachbildschirme gefallen. Durch viele neue Fabriken wird der Markt überschwemmt mit Waren; bei Flachbildschirmen sorgt das bereits für ein deutliches Überangebot. Samsung ist der weltgrößte Hersteller von LCD-Bildschirmen, die Nummer zwei auf dem Halbleitermarkt und auf Rang drei unter den größten Handyherstellern. In allen Bereichen sanken die Margen des Konzerns im abgelaufenen Quartal.

Nicht ganz so gut wie erwartet lief es auch bei Sun Microsystems. Der Server-Produzent verfehlte mit einem Umsatz von 2,63 Mrd. Dollar (2,1 Mrd. Euro) die Schätzungen der Analysten von 2,71 Mrd. Dollar. Der US-Konzern ist seit längerem wegen seiner riesigen Verluste eines der Sorgenkinder der Branche. Die Kosten für den Umbau des Unternehmens drückten Sun im dritten Quartal mit 174 Mill. Dollar in die roten Zahlen. Ohne die Sonderausgaben hätte Sun allerdings die Gewinnschwelle mit 13 Mill. Dollar überschritten.

Mitte vergangener Woche hatte bereits Intel, der größte Chiphersteller der Welt, für Ernüchterung in der IT-Branche gesorgt. Das Aushängeschild der Industrie prognostizierte für das laufende vierte Quartal ein Umsatzplus von lediglich acht Prozent gegenüber dem Vorquartal; das ist nicht viel für die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Bereits Mitte September hatten Intel und Wettbewerber Texas Instruments die Vorhersagen zum Geschäftsverlauf deutlich zurück genommen. "Unser Wachstum blieb hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück, weil einige unserer Großkunden ihre Lagerbestände abgebaut haben und die Computer-Nachfrage nicht so stark gestiegen ist wie erwartet", sagte Intel-Chef Craig Barrett.

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