Wachstum im 1. Halbjahr belief sich auf 4 %
CS Group will Erfolg an Neugeldzufluss messen

Reuters ZÜRICH. Der Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse Group will ihren Geschäftserfolg in Zukunft am Nettozufluss an Neugeldern statt am Wachstum der verwalteten Vermögen messen. Dies ist eine aussagekräftigere Grösse, weil die Kursentwicklung der Anlagen ausgeblendet wird, teilte die CS Group anlässlich ihrer jährlichen Informationsveranstaltung für Investoren und Analysten am Donnerstag in Zürich mit. Beim Schlüsselkriterium Nettozufluss an Neugeldern - im wesentlichen Mittelzufluss minus Mittelabluss - peilt die CS Group langfristig ein Wachstum von über 6 % an. 1999 hatte die CS Group hier ein Wachstum von 5,2 % erreicht. Beim bisherigen Schlüsselkriterium, den verwalteten Vermögen, galt ein zweistelliges Wachstum als Zielgrösse. Im ersten Halbjahr 2000 belief sich das Wachstum auf 4 % und im Geschäftsjahr 1999 auf 26 %. Gemäss einer Studie von Banca del Gottardo-Analyst Christoph Bieri dürfte die CS Group die betreuten Kundenvermögen in den Jahren 1997 bis 2000 jährlich um 12 % steigern. Bei der bezüglich der Geschäftstätigkeit ähnlichen UBS entspricht dies einem Wert von 7 % . Die selbständigen Schweizer Privatbanken, die nicht im Retail-Banking und nur in Teilbereichen des Investmentbankings tätig sind, schlossen dagegen deutlich besser ab. Bei Julius Bär dürften die betreuten Kundenvermögen in dieser Periode um jährlich 26 % wachsen, bei Vontobel und Sarasin um 25 %. Als zweite konzernweite Schlüsselgrösse gilt für die CS Group weiterhin die Eigenkapitalrendite, die 1999 18,2 % betrug. Die langfristige Zielgrösse wurde den Angaben zufolge auf 18 bis 22 % präzisiert nach bisher über 15 %. Die Eigenkapitalrendite ist vor allem für das Investmentbanking wichtig. In der Vermögensverwaltung wird das Eigenkapital einer Bank dagegen kaum tangiert. Die CS Group passte auch für die vier Konzernbereiche die Erfolgskriterien an. Bei Credit Suisse Private Banking solle sich der Nettozufluss an Neugeldern auf fünf(1999 drei) Prozent belaufen und die Nettorendite auf verwaltete Vermögen auf 45 bis 50 (44) Basispunkte. Bei Credit Suisse Asset Management laute die Zielsetzung auf einen Nettozufluss an Neugeldern bei Vermögen mit Verwaltungsvollmacht auf zehn (neun) Prozent und eine Nettorendite auf verwaltete Vermögen auf Cash flow-Basis von acht (7,7) Basispunkten. Bei der neugeschaffenen Credit Suisse Financial Services, zu der neben der Winterthur-Versicherung unter anderem auch das Retail-Banking zählt, wird ein Nettozufluss von sechs (acht) Prozent und eine Eigenkapitalrendite von 20 (14,8) Prozent angestrebt. Beim Investmentbanking-Arm Credit Suisse First Boston (CSFB) soll die Eigenkapitalrendite in einem guten Marktumfeld über 20 (19) Prozent, über Marktzyklen hinweg 15 bis 20 % betragen. Ausserdem soll CSFB ihren Marktanteil steigern. Mit der im August angekündigten Übernahme der US-Bank Donaldson, Lufkin & Jenrette verstärkt die CS Group vor allem das Investmentbanking. Aber auch die Vermögensverwaltung, in der der Schweizer Konzern weltweit bereits zu den grössten zählt, wird durch die Übernahme verstärkt. Ende Juni verwaltete die CS Group 695 Mrd. $ (1,227 Billionen sfr). Zusammen mit DLJ würde der Betrag auf rund 840 Mrd. $ wachsen. An der etwas schwächeren Schweizer Börse legten CS Group bis gegen 14 Uhr um 0,68 % auf 371 sfr zu.

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