Wachstum "nicht mehr ganz so stürmisch"
Siemens-Zahlen werden mit Spannung erwartet

Infineon und Siemens berichten an diesem Mittwoch über den Verlauf des ersten Quartals im Geschäftsjahr 2000/01 (30. September). Einen Tag später ist dann Epcos an der Reihe.

dpa MÜNCHEN. Wegen sinkender Preise im Chipsektor und erster Anzeichen für ein Nachlassen des Handy-Booms rechnen Experten mit schwächeren Wachstumsraten bei den drei im Dax notierten Unternehmen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 konnten Siemens, Infineon und Epcos mit Rekordzahlen glänzen. So steigerte die Siemens AG den Gewinn nach Steuern ohne außerordentliche Erträge um 81 % auf rund 3,4 Mrd. Euro. Der Umsatz legte um 14 % auf 83,4 Mrd. Euro zu.

Preisverfall für Speicherchips sorgt für Skepsis

«Gerade bei Infineon weiß keiner so hundertprozentig, wie die Quartalszahlen ausfallen», sagte ein Analyst am Dienstag in München. Bei der Prognose des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (Ebit) gibt es daher unter den Experten große Abweichungen. Teilweise rechnen die Analysten mit einem Ebit-Rückgang im ersten Quartal. Verantwortlich für die Skepsis sind vor allem die zuletzt stark gefallenen Preise bei Speicherchips. Daher senkten zuletzt einige Analysten ihre Prognosen für Infineon - und in der Folge auch für Siemens.

Denn der starke Gewinnanstieg bei Siemens im Geschäftsjahr 1999/2000 war zum Teil auf die guten Ergebnisse der Tochter Infineon zurückzuführen. Die Infineon Technologies AG (München) steigerte dank des Halbleiterbooms den Jahresüberschuss von 61 Mill. Euro auf den Rekordwert von 1,13 Mrd. Euro. Die Epcos AG (München) konnte den Jahresüberschuss ebenfalls insbesondere auf Grund des Handybooms auf 240 Mill. Euro (469 Mill. DM) mehr als verdreifachen.

Wachstum "nicht mehr ganz so stürmisch"

Für das laufende Geschäftsjahr gaben sich die drei Konzerne optimistisch, das hohe Tempo werden sie nach eigener Einschätzung aber wohl nicht beibehalten. Siemens-Chef Heinrich von Pierer sagte, das Wachstum werde nicht mehr ganz so stürmisch ausfallen. Mit Spannung werden vor allem die Zahlen für das Handy-Geschäft im ersten Quartal erwartet. Siemens will den Absatz in diesem Jahr mindestens verdoppeln und dürfte nach dem Rückzug von Ericsson aus der Handyproduktion unter die drei größten Hersteller von Mobilfunkgeräten vorrücken. Allerdings wurde in Branchenkreisen über Absatzprobleme wegen möglicher Teileknappheit spekuliert. Marktführer ist Nokia gefolgt von Motorola.

Hoher Auftragsbestand sichert Epcos-Wachstum

Epcos-Chef Klaus Ziegler rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von 25 bis 35 % nach 63 % im Vorjahr. Zwar müssten die Handyhersteller ihre Fertigung an die niedrigeren Wachstumsraten anpassen, sagte Ziegler. Der hohe Auftragsbestand sichere aber das Wachstum. Der Infineon-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schumacher erwartet gute zweistellige Wachstumsraten. 1999/2000 steigerte der Chiphersteller die Erlöse noch um 72 % auf rund 7,3 Mrd. Euro.

Siemens hält noch die Mehrheit an Infineon, will sich aber schrittweise von der Beteiligung trennen. An Epcos ist der Konzern noch mit 12,5 % beteiligt.

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