Wachstum verlagert sich in automobile Schwellenländer
Hoffnung der Autobauer liegt im Osten

Die großen Automobilkonzerne müssen ihr Augenmerk zunehmend auf Osteuropa und Asien richten. Denn nur dort werden in den kommenden Jahren noch hohe Wachstumsraten zu erzielen sein.

HB/hof FRANKFURT/M. Während sich die Lage auf den traditionellen Automärkten - innerhalb der Triade USA, Japan und Westeuropa - nur leicht verbessern wird, sind in automobilen Entwicklungsländern wie China oder Russland bis 2005 noch zweistellige Absatzsteigerungen zu erwarten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognose, die das Center Automotive Research (CAR) der FH Gelsenkirchen gemeinsam mit Jato Dynamics am Mittwoch in Frankfurt vorstellte.

Nach den Voraussagen der Forscher wird schon 2005 jedes dritte Auto außerhalb der drei großen Stammmärkte verkauft. Im vergangenen Jahr war es erst gut jeder vierte Personenwagen. "In den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren wird sich diese Nachfragelücke vollständig schließen", prophezeit Detlef Borscheid von Jato. Immerhin rund 13,5 Millionen Personenkraftwagen werden bereits in drei Jahren ihre Käufer in Ländern finden, die bislang eine geringe Pkw-Dichte aufweisen. So kommen nach Aussagen von CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer aktuell in China nur sieben Autos auf 1 000 Einwohner, in Europa sind es rund 600.

Während diese Marktsättigung und tendenziell steigende Kosten für die individuelle Mobilität in den großen Autoländern bis zum Jahr 2005 im Schnitt nur zu einem Wachstum der Nachfrage um etwa 1 % pro Jahr führen wird, wird aus den automobilen Entwicklungs- und Schwellenländer im gleichen Zeitraum ein Nachfrageschub von fast einem Viertel kommen. In absoluten Zahlen bleibt Nordamerika mit einem Jahresabsatz von mehr als 19 Millionen Pkw im Jahr zwar der stärkste Markt vor Westeuropa mit gut 14 Millionen. Doch in drei Jahren werden außerhalb der Triade schon drei Mal so viele Pkw verkauft werden wie in Japan.

Für Deutschland fällt der Ausblick allerdings überraschend gut aus. Dudenhöffer und Borscheid rechnen nach einem weiteren Abwärtstrend in diesem Jahr bereits für 2003 mit einem leichten Aufschwung. Einen Schub werde die Nachfrage in Deutschland schließlich im Folgejahr erhalten. Die Forscher gehen für 2004 von Steigerungsraten knapp unterhalb von 9 % aus. Neben neuen Volumenmodellen wie dem VW Golf und dem Opel Astra trage dazu der große Nachholbedarf "nach mehr als vier Jahren Rezession auf dem deutschen Automobilmarkt bei".

Die Hoffnungen auf eine Erholung der Nachfrage in Deutschland noch in diesem Jahr rücken dagegen in immer weitere Ferne, was auch die jüngsten Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes für den Monat August bestätigen. Danach wurden in den ersten acht Monaten des Jahres insgesamt 2,22 Millionen Personenwagen zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im August betrug das Minus sogar durchschnittlich 4,7 %, was die Statistiker auch darauf zurückführen, dass der Monat einen Arbeitstag weniger hatte als der August 2001.

Zulegen konnten in den vergangenen acht Monaten BMW und die französischen Hersteller Renault und PSA mit den Marken Citroen und Peugeot. Bei BMW stammt ein Großteil des Zuwachses aus den Verkäufen des Kleinwagens Mini. Die großen Verlierer waren Opel, Fiat und der Wolfsburger Volkswagenkonzern. Allerdings konnte Opel zuletzt seine Minusraten nach dem Start des neuen Vectra ein wenig reduzieren.

Quelle: Handelsblatt

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