Wachstumgspotenzial bei Ausweisen
Giesecke & Devrient setzt erstmals zwei Mrd. DM um

Die zunehmende Verbreitung von Chipkarten hat dem Münchner Technologieunternehmen Giesecke & Devrient im Jahr 2000 zum höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte verholfen. Erstmals setzte das Unternehmen mehr als zwei Mrd. DM um, berichtete der Vorsitzende der Geschäftsführung, Willi Berchtold, in Kairo anlässlich des Abschlusses eines Großprojektes. Dies entspreche einer Steigerung von mehr als 236 Mill. DM (rund 120,6 Mio Euro) gegenüber dem Vorjahr.

dpa KAIRO/MÜNCHEN. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei hingegen wegen hoher Investitionen in neue Technologien niedriger als im Vorjahr ausgefallen. Die genauen Zahlen will Berchtold auf der Bilanz-Pressekonferenz im Mai bekannt geben. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um rund 850 auf 6 000 Beschäftigte. Giesecke & Devrient gehört zu den größten Herstellern von Geldnoten und Chipkarten der Welt.

Zu dem Umsatzschub hat nach Worten von Berchtold vor allem das Geschäft mit Kartensystemen beigetragen. Hingegen gehe der Umsatz mit Banknoten trotz des Drucks der Euro-Scheine tendenziell zurück. "Der reine Banknotendruck stellt inzwischen nur noch etwa 15 % unseres Umsatzes dar", sagte Berchtold. Derzeit läuft der Druck von zwei Mrd. Euro-Scheinen bei Giesecke & Devrient auf Hochtouren. Nach Einführung des Euro werde die Produktion deutlich verringert. Dieser Rückgang könne voraussichtlich nur zum Teil durch Auslandsaufträge kompensiert werden.

In fünf bis sechs Jahren will Giesecke & Devrient bereits zwei Drittel seines Umsatzes mit der Produktion von Chipkarten und Kartenlese-Systemen erzielen. Dabei setzt das Unternehmen auch auf zwei neue Tochtergesellschaften. In der Secartis AG bündelt das Unternehmen Lösungen für Sicherheit in Computernetzen, in der CpayS AG Kartensysteme und Software zum Bezahlen im Internet. Die beiden Tochterunternehmen sollen voraussichtlich in zwei Jahren an die Börse gebracht werden. "Die neuen Technologiefelder haben gigantische Wachstumschancen", sagt Berchtold.

Wachstumspotenzial sieht der Firmenchef auch bei Ausweiskarten. Als bislang größtes Projekt lieferte Giesecke & Devrient die Ausrüstung zur Herstellung von Personalausweisen für rund 42 Mill. Ägypter. Für Giesecke & Devrient gehörte das Projekt mit einem Vertragsvolumen von 180 Mill. DM zu den größten der vergangenen Jahre.

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