"Wachstums- und Fitnessoffensive"
Mg übertrifft trotz Ergebnisrückgang die Prognosen

Der Frankfurter Chemie- und Anlagenbaukonzern Mg Technologies hat angesichts der anhaltenden Konjunkturschwäche im dritten Quartal weniger verdient als ein Jahr zuvor, übertraf mit seinem Ergebnis vor Steuern aber die Erwartungen der Analysten.

Reuters FRANKFURT/M. "Die anhaltend schlechte Konjunktur bestätigt die Notwendigkeit unserer fortgesetzten Fitnessanstrengungen", sagte Konzernchef Kajo Neukirchen am Donnerstag in Frankfurt bei der Vorstellung des Zwischenberichts. Insgesamt sei im dritten Quartal ein Vorsteuerergebnis von 79,2 Millionen Euro erwirtschaftet worden, ein Rückgang von 23,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Analysten hatten mit einem schwächeren Ergebnis von 71 Millionen Euro gerechnet. Neukirchen bekräftigte zudem frühere Prognosen für das gesamte Geschäftsjahr 2001/2002. Analysten sprachen von guten Zahlen. Die Aktie legte bis zum Nachmittag acht Prozent auf 7,56 Euro zu.

Nunmehr werde für das laufende Geschäftsjahr 2001/2002 (Ende September) von einem zwölf bis 16-prozentigen Ergebnisrückgang auf 310 bis 325 Millionen Euro ausgegangen, sagte Neukirchen, der damit frühere Prognosen konkretisierte. Angesichts der anhaltenden Rezession wäre dies ein gutes Resultat. Bereinigt um Sondereffekte werde es sogar nur prozentual einstellig unter Vorjahr liegen, "Die steigende Performance unserer Teilkonzerne macht uns zuversichtlich für den Schlussspurt im vierten Quartal", sagte der Mg-Chef. Dieses sei traditionell ein starker Dreimonatsabschnitt bei der Mg.

Zu den laufenden Restrukturierungen hieß es, im nächsten Geschäftsjahr werde der Konzern den größten Teil der geplanten rund 100 Millionen Euro an Einsparungen realisieren. Mit dem Programm will Neukirchen unter anderem indirekte, nicht-produktionsgebundene Kosten senken und die Konzernstruktur der Mg straffen. "Wir werden weiter Personal anpassen, wenn die Konjunktur so bleibt", sagte der Mg-Chef. Konkrete Zahlen gebe es noch nicht, da die Prozesse gegenwärtig überprüft würden. Nach wie seien bei der schwachen Konjunktur keine Anzeichen für eine Besserung zu sehen, hieß es bei der Mg.

Zum dritten Quartal hieß es, trotz des schwierigen Umfelds habe die Mg ihre stabile Entwicklung fortgesetzt. Der Umsatz habe um 2,3 Prozent auf 2,133 Milliarden Euro leicht zugenommen. Hier hatten Analysten im Schnitt 2,073 Milliarden Euro erwartet. Bereinigt um Sondereffekte erwirtschaftete die Mg ein Vorsteuerergebnis von 82,9 Millionen Euro nach 101,3 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Unter dem Strich blieb im Quartal ein Gewinn von 50 Millionen Euro nach 83,1 Millionen Euro.

Die Gesellschaften des Mg Engineering, in dem der Konzern seine Anlagenbauaktivitäten zusammenfasst, verbuchten im Quartal Neuaufträge von 865,9 Millionen Euro nach 955,6 Millionen Euro im Jahr zuvor. Dabei verbesserte die Tochter GEA ihr Vorsteuerergebnis um 30 Prozent, auch Lurgi Lentjes und Zimmer verzeichneten Ergebniszuwächse. Die Chemietochter Dynamit Nobel erwirtschaftete ein Ergebnis auf Vorjahresniveau, wobei Anfang vergangenen Jahres eingeleiteten Restrukturierungen die Performance verbessert hätten.

Ferner teilte die Mg mit, der Kreis möglicher Akquisitionskandidaten für die Kerngeschäfte der Anlagenbautochter GEA und der Chemietochter Dynamit Nobel habe sich eingeengt. Der Konzern hatte bereits angekündigt, sich hier nach möglichen Verstärkungen umschauen zu wollen. Bei der GEA Lufttechnik, von der sich die Mg nach früheren Angaben trennen will, seien die Verkaufsgespräche zunächst beendet worden. "Wir prüfen jetzt Alternativen", sagte Neukirchen. Dagegen befänden sich die Bestrebungen, die Chemiedistributions-Tochter Solvadis zu verkaufen, auf einem guten Weg. "Ein Zeithorizont für einen möglichen Abschluss lässt sich aber noch nicht geben", sagte er.

"Die Zahlen sind sehr gut", sagte Carsten Kunold, Analyst bei der ING BHF Bank. Dass die Chemietochter Dynamit Nobel das Ergebnis auf Vorjahresniveau gehalten habe, sei ein Zeichen, dass das Schlimmste vorbei sei. Auch GEA habe sich mit der Ergebnissteigerung gut entwickelt, sagte Kunold der die Mg-Aktie derzeit sehr niedrig bewertet sieht und sie als "strong buy" empfiehlt. Ähnlich äußerte sich auch Aktienhändler Dominic Squire von der Dresdner Kleinwort Wasserstein. "Einige Institutionelle Händler sind daran interessiert, die Aktie wieder überzugewichten", merkte er an.

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