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Wachstumsbedenken bei High-Techs

Amerikas Aktienmärkte geraten unter Druck. Quartalsergebnisse und geringere Gewinnerwartungen für kommende Quartale kosten die wichtigsten US-Indizes Punkte.

Über Medien- und Internetaktien hängen am Dienstag dunkle Wolken. Ausgelöst wird der Abgabedruck durch eine Studie des Brokerhauses Lehman Brothers. Die Analystin Holly Becker stuft die Aktien von Yahoo auf halten ab und äußert sich skeptisch zu der Entwicklung der Werbeeinnahmen. Investoren sollten davon ausgehen, dass das Umsatzwachstum von Quartal zu Quartal nur noch einstellig ausfallen wird und die Gewinnmargen unter Druck bleiben. Auf diesen Aussichten basierend, sei die Aktie gemessen an den Erwartungen für 2001 und einem KGV von 100 reich bewertet. Ohne Frage werde das Geschäft mit Online-Werbung langfristig sehr profitabel sein und sich bei Marktführern wie America Online und Yahoo bezahlt machen. Becker rechnet im Jahr 2001 jedoch lediglich mit einer branchenweiten Steigerung der Werbeeinnahmen von nur 10 bis 20 Prozent. Deutlich unter den Wachstumszielen der Branche, die noch immer zwischen 50 und 60 Prozent liegen.



Time Warner

belasten Bedenken, dass das Quartalsergebnis schwächer als erwartet ausfallen könnte. Erhöhte Ausgaben und gestiegene Steuerzahlungen sollen das Ergebnis belasten.



Besonders bei High-Tech-Werten machen sich Wachstumsbedenken breit. Credit Suisse schadet dem Chip-Maschinenbau-Sektor mit negativen Kommentaren. Sowohl bei Novellus als auch bei Applied Materials sollen die Gewinne nachlassen. Die Analysten senkten die Gewinnaussichten für Applied Materials, der weltgrößte Hersteller von Maschinen für die Chipindustrie, für das Jahr 2001. Die unerwartet flaue Nachfrage der Endverbraucher, vor allem was PCs und Funktelefone angehe, dürfte Chiphersteller veranlassen, die Budgets für den Ausbau der Kapazitäten in den kommenden Quartalen zu trimmen. Gerade in den für Applied Materials wichtigsten Absatzmärkten Japan und Taiwan machen sich für das erste Halbjahr 2001 Wachstumsbedenken breit.



Die Märkte belasten vor allem die negativen Kommentare auf die Aktien des computerverwandten Sektors. Paine Webber stuft am Morgen Abobe Systems und Micron Technology ab. Analyst Ben Reitzer stufte Adobe von "kaufen" auf "attraktiv". Nachdem die Aktie in diesem Jahr bereits 96 Prozent an Wert zugelegt hat, hält der Experte weitere Kurssteigerungen für unwahrscheinlich.



Auch Micron Technoloy kämpft mit einer Abstufung von Paine Webber. Analyst David Wong reduzierte das Kursziel der Aktie drastisch von 110 auf 50 Dollar und stufte den Wert von "kaufen" auf "attraktiv" ab. Als Grund nannten die Experten die sinkenden Preise für DRAM Chips.



Juniper Networks

führt zur Stunde die Verlierliste des Nasdaq an. Das Börsenbarometer baut zur Mittagsstunde den Verlust seit Jahresanfang auf 20 Prozent aus.



Terdayne verhagelen die Gewinnwarnung für das laufende Quartal die Kursgewinne. Der Hersteller von Messtechnik für die Chipindustrie konnte zwar im abgelaufenen Quartal einen Gewinn von 84 Cents pro Aktie melden, wird jedoch in Zukunft mit einem Umsatz von 800 Millionen Dollar rund zwei bis vier Prozent unter dem Niveau des dritten Quartals liegen. Statt des erwarteten Gewinns von 99 Cents pro Aktie würden somit nur Erträge von 60 Cents pro Papier erwirtschaftet. Merrill Lynch stufte die Aktie von "kaufen" auf verkaufen ab.

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