Wachstumsprognose für 2003 bekräftigt
Proteste bringen Conti nicht vom Kurs ab

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental hat trotz der erwarteten schwachen Autokonjunktur seine Wachstumsprognose für 2003 bekräftigt. Zugleich wies die Conti-Führung auf der Hauptversammlung in Hannover am Freitag Proteste einer Delegation mexikanischer Beschäftigter gegen die Schließung des Werkes in Guadalajara zurück.

Reuters HANNOVER. Konzernchef Manfred Wennemer bezeichnete die Schließung von fünf Werken Ende 2001 und im vergangenen Jahr als unabwendbar und verwies auf den anschließenden wirtschaftlichen Aufschwung des viertgrößten Reifenkonzerns im vergangenen Jahr. Conti sei aber weiterhin bereit, über eine Übergabe des seit 16 Monaten von Arbeitern blockierten Werkes in Mexico in die Hände der Gewerkschaft zu verhandeln.

Nicht zuletzt auf Grund des harten Sanierungskurses sei Conti im vergangenen Jahr schnell wieder aus der Verlustzone gekommen und rechne für 2003 unabhängig von einer schwachen weltweiten Autoproduktion erneut mit Zuwächsen. Wennemer bekräftigte die Prognose für ein leichtes Umsatzplus und ein operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) über dem Rekordniveau des Vorjahres.

"Wir sind in diesem Jahr die Nummer eins bei der Zulieferung von Reifen an die europäische Automobilindustrie", sagte Wennemer. Zudem sei Conti mit seiner Sparte Automotive Systems mit elektronischen Brems- und Stabilitätssystemen in steigendem Maße von der Autokonjunktur unabhängig. Conti hatte 2002 den Umsatz um knapp zwei Prozent auf 11,4 Mrd. ? erhöht, das Ebita verbesserte sich wesentlich stärker auf 694 Mill. ? nach lediglich 33 Mill. ? im Jahr 2001. Parallel zu den Werksschließungen erhöhte Conti seine Kapazitäten in neuen, kostengünstigen Werken in Osteuropa.

Eine Delegation von knapp zwei Dutzend Beschäftigten und Gewerkschaftern aus Mexiko demonstrierte vor der Hauptversammlung gegen die Schließung eines mexikanischen Werkes. Das Werk in Guadalajara, eines von zwei Conti-Werken in Mexiko, war Ende 2001 geschlossen worden. Von knapp 1200 Beschäftigten nahmen nach Conti-Angaben bisher gut 500 die Abfindungen an. Die übrigen lehnen dies mit Unterstützung der Gewerkschaft ab und fordern die Wiederinbetriebnahme, notfalls in eigener Regie.

Wennemer verwies darauf, dass das mexikanische Bundesarbeitsgericht zu Gunsten von Conti entschieden habe. Das Werk Guadalajara habe jahrelang rote Zahlen geschrieben. Rationalisierungsmaßnahmen seien blockiert worden. Über eine Übernahme des Werkes durch die Gewerkschaft lasse sich reden. "Aber wir werden das Werk nicht wiedereröffnen", sagte Wennemer.

Der Conti-Chef unterstrich seine Strategie, sich auch künftig von zu wenig profitablen Unternehmensbereichen zu trennen. "Wer nicht zur Nummer eins, zwei oder drei in seinem Markt gehört, und wer nicht zeigt, dass er in akzeptabler Zeit dahin kommen kann, von dem werden wir uns in der einen oder anderen Weise trennen", sagte Wennemer vor den Aktionären. "Größte Baustelle" sei das Pkw-Reifengeschäft in den USA, das 2002 mit einem Verlust von 109 Mill. ? abschloss. Der neue, für das US-Geschäft zuständige Vorstand Martien de Louw sagte, die Kosten der fünf US-Conti-Werke seien viel zu hoch.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Conti-Aktie lag am Nachmittag 2,3 % m Minus bei 15,42 ?.

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