Wachstumsprognose wurde bestätigt
Arbeitslosenzahl sinkt nur langsam

Die unbereinigte Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im April Wirtschaftsforschern zufolge leicht gesunken, bleibt jedoch weiter über der Vier-Millionen-Marke.

Reuters BERLIN. Der Arbeitsmarktexperte des Münchner Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo), Wolfgang Meister, sagte Reuters, er rechne mit einem Rückgang der unbereinigten Zahl im Vergleich zum März um etwa 130 000 auf 4,025 bis 4,030 Millionen Arbeitslose.

Saisonbereinigt sei dagegen ein Anstieg zu erwarten. Ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte, man gehe für April von einer unbereinigten Zahl unter vier Millionen Arbeitslosen aus. "Die Welt" hatte zuvor unter Berufung auf interne Berechnungen der Bundesanstalt für Arbeit berichtet, die Zahl der Arbeitslosen sei im April zum Vormonat um 145 000 auf 4,01 Millionen gesunken. Die Regierung erwartet, dass 2003 300 000 neue Arbeitsplätzen geschaffen werden können.

Der Konjunkturexperte der Kölner Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Joachim Scheide, sagte Reuters, er erwarte für April einen Rückgang gegenüber März um gut 100 000 Arbeitslose: "Mehr wäre schon eine gute Meldung."

Der Wirtschaftsweise Bert Rürup bekräftigte in einem vorab veröffentlichten Interview mit "Focus Money" die Wachstumsprognose des Sachverständigenrates vom November für 2002: "Das Wachstum in Deutschland sehe ich allenfalls einen Tick höher als in der Prognose des Sachverständigenrats von 0,7 Prozent." Angesichts des unerwartet starken US-Aufschwungs sei im kommenden Jahr mit einer deutlicheren Belebung zu rechnen: "Der Aufschwung wird im kommenden Jahr weitergehen, dann sinkt die durchschnittliche Arbeitslosenzahl um 150 000 auf 3,8 Millionen." Ein längerer Streik in der Metallindustrie sei jedoch "psychologisch prekär" und könne den Aufschwung verzögern. Für die gesamtwirtschaftliche Produktionsleistung sei der von der IG Metall angekündigte Streik jedoch "faktisch irrelevant", sagte der Professor der Universität Darmstadt.

Zahl der Erwerbstätigen wird steigen

Das Finanzministerium erklärte am Dienstag nach einer Sitzung des interministeriellen Arbeitskreises in Berlin, die Regierung gehe in ihrer Frühjahresprognose davon aus, dass der Arbeitsmarkt ab Mitte des Jahres von der konjunkturellen Belebung profitieren werde. Während 2002 insgesamt die Zahl der Erwerbstätigen sinke, werde sie 2003 wieder steigen: "Im Verlauf des nächsten Jahres rechnet die Bundesregierung mit 300 000 neuen Arbeitsplätzen."

Nach der turnusmäßigen Überprüfung der Konjunkturdaten für das laufende Jahr wurde die Prognose von rund 0,75 Prozent Wachstum bekräftigt. Allerding wird im Jahresverlauf eine deutliche Wachstumsbeschleunigung auf Raten zwischen zweieinhalb und drei Prozent erwartet. 2003 werde sich der Aufschwung fortsetzen und an Breite gewinnen. "Die Bundesregierung erwartet im nächsten Jahr einen realen Anstieg des BIP von rund zweieinhalb Prozent", teilte das Finanzministerium mit. Bis zum Jahr 2006 wird ein Wachstum von durchschnittlich zweieinviertel Prozent pro Jahr angenommen.

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