Wachstumsraten im zweistelligen Bereich
IT-Sicherheitsbranche boomt

Jährlich entstehen allein in Deutschland Schäden in der Höhe von mehreren Milliarden Euro durch die Zerstörung, den Klau oder die Manipulation von Daten. Kein Wunder, dass die IT-Sicherheitsbranche boomt. Das Marktforschungsinstitut Meta Group rechnet für Deutschland mit jährlichen Wachstumsraten im deutlich zweistelligen Bereich.

DMEuro/vwd HANNOVER. Betrug das Volumen des deutschen IT-Sicherheitsmarkts 1999 gerade etwas mehr als 160 Mio Euro, so sollen 2004 schon über 800 Millionen Euro jährlich umgesetzt werden. Laut Datamonitor beliefen sich die weltweiten Ausgaben für IT-Sicherheit 2000 weltweit auf rund 5,8 Milliarden US-Dollar, 2005 sollen es 21,1 Milliarden US-Dollar sein. Damit ist Sicherheit einer der Markttreiber für den IT-Bereich, der das Wachstum des Gesamtmarkts deutlich übertrifft.

Die Diskussion über dieses Thema hat sich nach den Anschlägen vom 11. September nochmals intensiviert. Auf der diesjährigen CeBIT ist IT-Sicherheit deshalb auch eines der herausragenden Themen. Als weites Feld umfasst dieser Bereich sowohl die Sicherung von Datenbeständen gegen Brände und andere Katastrophen als auch die Abwehr vor "Viren", "Trojanern" und Hackerangriffen und den Schutz sensibler Datenbestände gegen den unberechtigten Zugriff von Mitarbeitern.

Gerade der letztgenannte Punkt werde oft unterschätzt, berichtet Jörg Forthmann von der Unternehmensberatung Mummert & Partner. Zwei von drei Angriffen auf die IT-Sicherheit geschähen durch frustrierte oder auch nur neugierige und kreativ veranlagte Mitarbeiter.

Nachholbedarf in Punkto IT-Sicherheit sehen Experten in Deutschland vor allem bei mittelständischen und kleineren Gesellschaften, während die Großunternehmen zum Teil schon recht gegen die Gefahren mangelnder IT-Sicherheit gerüstet sind. Sich technisch auf den letzten Stand zu bringen, ist nicht ganz billig: Ein Mittelständler ist mit einem gut sechsstelligen Betrag dabei, taxiert Forthmann den Preis für adäquate Sicherheit.

Für viele mittelständische Unternehmen sei IT-Sicherheit zudem noch so recht kein Thema, da die Ausgaben in diesem Bereich nicht als wertsteigernd begriffen würden, berichtet Tobias Kirchhoff von der TÜV IT GmbH, -Secure die Unternehmen bei ihrer Sicherheitsstrategie berät und nach der Euroopäischen Norm ISO 17799 zertifiziert. Vielen Unternehmen sei nicht genügend bewusst, dass sie laut KonTraG für hinreichende Sicherheit ihrer Datenverarbeitungssysteme sorgen müssen, wenn sie an der Börse notiert sind.

Laut Kirchhoff hat IT-Sicherheit nicht nur eine technische sondern auch eine organisatorische Seite. Ist das Datenterminal offen zugänglich oder steht es in einem abschließbaren Raum? Auch solche Fragen gehörten zur Sicherheit der IT-Systeme. Derzeit geht der Markttrend von den Produkten hin zu ganzheitlichen IT-Sicherheitslösungen und-konzepten. Der Dienstleistungsbereich des IT-Sicherheitsmarkts weist laut Stefan Grosse vom Branchenverband Bitkom deshalb die stärkste Wachstumsdynamik auf.

Ein wichtiges Thema dürfte laut Branchenkennern in diesem Zusammenhang der Bereich Public Key Infrastructure (PKI) werden. Marktforschungsinstitute gehen davon aus, dass dieses Segment doppelt so schnell wachsen wird wie die übrigen Bereiche der IT-Sicherheit. PKI ermöglicht die Verschlüsselung von Daten und die elektronische Signatur, mit deren Hilfe der Zugang zu Datenterminals kontrolliert und viele rechtsverbindliche Vorgänge auch im Austausch mit Behörden online abgewickelt werden können. Die PKI ist damit im Kontext der angestrebten elektronischen Verwaltung (E-Government) unverzichtbar.

Dabei verfügt jeder Teilnehmer einer Community über einen offentlichen und über einen privaten Schlüssel. Der private Schlüssel ist einzig auf einer Smartcard gespeichert und damit nicht im Netzwerk verfügbar, was ihn vor Hackerangriffen schützt. Die Identität des Karteninhabers kann über einen Pin-Code oder über biometrische Verfahren kontrolliert werden.

Zu den Anbietern von IT-Sicherheitsprodukten und-dienstleistungen gehören so namhafte Firmen wie Siemens, Infineon oder Giesecke & Devrient und Mittelständler wie Utimaco oder Secunet. Die deutschen Unternehmen sind im Bereich IT-Sicherheit laut Grosse gut aufgestellt. Eine technologische Lücke zu Anbietern in den den USA bestehe nicht. Deutsche und Euroopäische Anbieter haben übrigens gegenüber ihren US-Konkurrenten einen ganz besonderen Wettbewerbsvorteil: Viele Kunden zögern nach Auskunft von Experten tatsächlich mit dem Kauf von US-Produkten, weil sie fürchten, dass ein kleines Hintertürchen in ihrem Tool direkt zu den großen Datenspeichern der US-Geheimdienste führt.

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