Wachstumsraten sollen auch in Asien steigen
Thales: Transatlantischer Profiteur

Während US-Rüstungsaktien seit dem 11. September 2001 haussieren, machen die europäischen Branchenvertreter einen vergleichsweise schwachen Eindruck.

DÜSSELDORF. An diesem Bild zeigt sich deutlich die unterschiedliche Entwicklung der Verteidigungsausgaben diesseits und jenseits des Atlantiks. Allein die Aufstockung des US-Militäretats als Reaktion auf die Terroranschläge entspricht dem gesamten französischen Verteidigungshaushalt.

Zu den wenigen europäischen Rüstungsunternehmen, die von den steigenden US-Militärausgaben profitieren, gehört die französische Thales, ehemals Thomson-CSF. Die Franzosen sind der größte Produzent von Verteidigungselektonik außerhalb der USA. 56 Prozent des Umsatzes erzielt Thales mit Rüstungselektronik, der Rest stammt aus den weit gehend zivilen Bereichen Informationstechnik und Luftfahrt. Zwar erwirtschaftet Thales erst zwölf Prozent des Gesamtumsatz von 10,3 Milliarden Euro in den USA, in der Rüstung liegt der Anteil sogar noch deutlich unter zehn Prozent. Aber Thales hofft, sein Geschäftvolumen auf dem größten Rüstungsmarkt der Welt in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln.

Notwendige Voraussetzung: Der Ausbau transatlantischen Kooperationen. Vor einem Jahr gründeten die Franzosen mit dem US-Konzern Raytheon das größte europäische-amerikanische Gemeinschaftsunternehmen im Verteidigungsbereich. Thales Raytheon Systems kommt mit Luftverteidigungssystemen auf einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro. Thales befindet sich damit in einer guten Position für das von der US-Regierung forcierte Raketenabwehrprogramm. Hohe Wachstumsraten erwartet das Unternehmen aber auch in Asien. Um 40 Prozent auf zwei Miliarden Euro sollen die Auftragseingänge aus dieser Region in diesem Jahr zulegen. Nach einem Verlust 2001 steht das noch zu 32,6 Prozent vom französischen Staat kontrollierte Unternehmen vor dem Turn-around. Dieser wird umso schärfer ausfallen, wenn die Europäer dem Druck aus Washington nachgeben und ihre Verteidigungsetats hochfahren.

Quelle: Wirtschaftswoche

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