Wachstumsraten von über 30 %
MLP-Chef erwartet baldiges Ende des Rechtsstreits

Der Finanzdienstleister MLP AG rechnet im laufenden Rechtsstreit über seine geplanten Kapitalmaßnahmen mit einem baldigen Erfolg vor Gericht. Das Urteil werde möglicherweise beim nächsten Gerichtstermin am 26. Juni gefällt werden, sagte MLP-Chef Bernhard Termühlen am Montag auf der Hauptversammlung der Gesellschaft in Mannheim.

Reuters MANNHEIM. Die MLP-Aktie würde zurzeit noch viel besser dastehen, "wenn wir nicht durch die Anfechtungsklagen zweier Berufsaktionäre blockiert worden wären", bemängelte er. Aktionärsvertreter zeigten indessen Verständnis für die in der Klage aufgeworfenen Fragen. Termühlen bekräftigte vor den Aktionären die Prognosen für das Jahr 2001.

Der im MDax gelistete Finanzdienstleister muss sich derzeit vor dem Landgericht Heidelberg mit zwei Klagen von Kleinaktionären auseinander setzen. Bei dem Rechtsstreit geht es um eine von den MLP-Aktionären abgesegnete Kapitalerhöhung, die eine Eingliederung der Tochtergesellschaften zum Ziel hat.

Die Kläger werfen MLP dabei vor, die Töchterfirmen zu hoch bewertet zu haben. Am Montag notierten die im MDax gelisteten MLP-Titel in einem schwächeren Börsenumfeld mit 129 ? 1,2 % unter ihrem Vortagesschluss. Ihr Jahreshoch hatten die Titel Anfang Februar mit rund 141 ? markiert. Mitte März waren sie bis auf 86 ? gefallen.

Hier der Kursverlauf der MLP-Aktie

Aktionärsvertreterin Anneliese Hieke, die eine der Klägerinnen ist und auf der Hauptversammlung die Nichtentlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats beantragte, verteidigte den eingeschlagenen Gerichtsweg. Die Haltung des Vorstands erinnere sie an die Deutsche Telekom, die ihre Immobilienbewertung auch immer als richtig bezeichnet habe, sagte sie. Rudolf Heinz von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) sagte, die in der Klage aufgeworfenen Fragen seien auf den ersten Blick sehr gerechtfertigt, da noch nicht ausgemacht sei, ob die hohen Erwartungen an die Zukunft auch wirklich erreicht würden. Einzelne Kleinaktionäre warfen den Klägern jedoch vor, den Interessen der Anteilseigner zu schaden.

Termühlen kritisierte die Klage erneut und verwies auf das von der Investmentbank Fox-Pitt-Kelton erstellte Gutachten, welches den bisher noch kleineren Tochtergesellschaften rasante Wachstums- und Ertragspotenziale bescheinigt. "Würde dies (die Klage) nicht geschehen, wäre MLP heute nochmals weiter und der Kurs der MLP-Aktien sicherlich ein anderer." Nach seinen Angaben könnte das Gericht bei der Anhörung am 26. Juni entweder sofort ein Urteil fällen, oder aber die bei dem Gutachten angewandte Methodik nochmals durch einen Wissenschaftler überprüfen lassen.

Termühlen wiederholte auf der Hauptversammlung zudem die von MLP angepeilten Wachstumsziele. Die im ersten Quartal erzielten Wachstumsraten von über 30 % bei den Erlöse und dem Ertrag wolle MLP im Gesamtjahr fortsetzen. Nach früheren Angaben strebt der Heidelberger Konzern im Jahr 2001 einen Gewinn vor Steuern von 149 Mill. ? an, nachdem im Vorjahr rund 115 Mill. ? erwirtschaftet worden waren. Rückenwind erwarte MLP auch durch Produkte der privaten Altersvorsorge, sagte Termühlen.

Auf der Hauptversammlung des von Marktexperten als aussichtsreicher Dax-Kandidat angesehenen Unternehmens stimmten die Stammaktionäre über eine um 30 % auf 0,40 ? je Vorzugsaktie und 0,38 ? je Stammaktie erhöhte Dividende ab. Das Stammkapital ist zu rund zwei Dritteln im Besitz der Gründerfamilien Lautenschläger und Termühlen. Wegen der Aktionärsklage konnte die bereits im Vorjahr beschlossene Umwandlung der stimmrechtslosen und zu 100 % im Streubesitz befindlichen Vorzugsaktien in Stammaktien nach Firmenangaben bisher noch nicht umgesetzt werden.

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