Wachstumstempo der deutschen Industrie verlangsamt sich
Deutscher Einkaufsmanager-Index sinkt

Reuters FRANKFURT. Das Wachstumstempo in der deutschen Industrie hat sich nach einer Umfrage unter Einkaufsmanagern verlangsamt. Im November sei der BME/Einkaufsmanager-Index Deutschland (EMI) saisonbereinigt auf 55,4 (56,4) Punkte gesunken, teilte die Forschungsgruppe NTC, die den Index zusammen mit dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) für Reuters ermittelt, am Freitag mit. Obwohl sich das Wachstumstempo zum fünften Mal in Folge verlangsamt habe, signalisiere der Index mit einem Wert von über 50 Punkten nach wie vor eine Expansion in Deutschlands Industrie. Im November habe sich der Zuwachs bei Produktion und Neuaufträgen abgeschwächt. Zugleich zeigten sich weniger Lieferengpässe und ein schwächerer Anstieg der Einkaufspreise.

Das anhaltende Wachstum ist der Umfrage zufolge trotzdem auf das weiterhin hohe Auftragsniveau zurückzuführen. Der Index der Neuaufträge gab nur leicht auf 56,1 (56,4) Punkte nach. Mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen steigerte in Reaktion auf die höhere Nachfrage im In- und Ausland die Produktion. Dennoch wurde im November das geringste Wachstumstempo in der Produktion seit Februar verzeichnet, was auf das gebremste Auftragswachstum, die Reduzierung von Fertigwarenlagern aus Kostengründen sowie auf die Schwäche der heimischen Bauindustrie zurückzuführen sei.

Anstieg bei der Exportnachfrage

Der schwache Euro, die weiterhin hohe Nachfrage aus den USA und das anhaltende Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone sorgten NTC zufolge erneut für einen kräftigen Anstieg bei der Exportnachfrage. Zudem berichteten die befragten Einkaufsmanager von Mehraufträgen aus dem asiatischen Raum. Trotzdem lag der entsprechende Index mit einem Wert von 56,4 Punkten nur marginal über dem Wert vom Vormonat (56,3) und damit erneut deutlich unter dem Mitte des Jahres beobachteten Niveau.

Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, stellten die Unternehmen der Umfrage zufolge mehr Personal ein. Dabei berichteten einige der befragten Unternehmen von Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Der saisonbereinigte Index Beschäftigung lag mit 53,6 (54,2) Punkten noch immer über der 50-Punkte-Referenzlinie und weist somit auf einen Personalaufbau hin. Nur acht Prozent der befragten Unternehmen hätten im November - meist auf Grund von Pensionierungen und Umstrukturierungen - einen niedrigeren Personalstand als im Vormonat gemeldet.

Geringe Zuwachsrate

Der Einkaufspreis-Index ist NTC zufolge im November erneut deutlich gestiegen, verzeichnete aber mit 66,2 (70,9) Punkten die geringste Zuwachsrate seit Januar. Neben den hohen Ölpreisen und der Euroschwäche seien auch die weltweiten Materialverknappungen verantwortlich für den Anstieg der Preise. Viele der befragten Unternehmen gaben beachtliche Preiserhöhungen für elektronische Bauteile und Kunststoffe an.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%