Wachstumsträger waren Adidas-Sportprodukte
Adidas wächst dank starkem Geschäft in Europa und Asien

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern Adidas-Salomon hat im ersten Quartal 2003 dank starken Wachstums in Asien und Europa Umsatz und Gewinn erneut gesteigert. Die Erwartungen der Analysten wurden aber knapp verfehlt.

Reuters HERZOGENAURACH. Allerdings erlitt der Konzern erstmals seit langem einen Rückschlag auf dem Schlüsselmarkt Nordamerika.

"Der nordamerikanische Markt ist sehr schwierig geworden", räumte Firmenchef Herbert Hainer am Mittwoch ein. Der Auftragsbestand sei dort um 22 Prozent gesunken. Insgesamt steigerte der fränkische Traditionskonzern aber dank starker Umsatzzuwächse bei seinen dreistreifigen Turnschuhen sowie Textilien seinen Überschuss um 19 Prozent auf 51 Millionen Euro. Der Umsatz legte leicht um zwei Prozent auf 1,669 Milliarden Euro zu. Analysten hatten bei Gewinn wie Umsatz allerdings etwas mehr erwartet.

Hainer sagte, der Konzern werde trotz der Probleme in den USA seinen Konzerngewinn im Gesamtjahr wie geplant um bis zu 15 Prozent steigern. Beim Umsatz deutete er sogar an, das Ziel von fünf Prozent Wachstum leicht zu übertreffen.

Die Adidas-Aktie verlor fünf Prozent auf 79,38 Euro. Damit liegt der Titel deutlich unter dem Kurs des im MDax gelisteten Konkurrenten Puma, der beflügelt von einem Boom bei sportlicher Lifestylemode vergangene Woche die Adidas-Aktie überholt hatte. Puma-Titel verloren allerdings ebenfalls und gaben um 2,6 Prozent auf 85,78 Euro nach.

Nordamerika schwächelt

Hainer kündigte in einer Telefon-Konferenz für den schwächelnden nordamerikanischen Markt eine Produktoffensive für die breiten Massen an. Adidas wolle im mittleren Preissegment nachlegen. Der Konzern rechne für das Gesamtjahr nur noch mit einem einstellig prozentualen Wachstum in Nordamerika. Bisher hatte Hainer ein zweistelliges Wachstum in Aussicht gestellt. Der Auftragsbestand sei dort um 22 Prozent gesunken, währungsbereinigt aber nur um drei Prozent. Finanzvorstand Robin Stalker erklärte dies mit dem hohen Euro-Kurs, weil Adidas seine in Dollar erzielten Umsätze in den Euroraum transferiere.

Der Herzogenauracher Konzern hat viel in Nordamerika investiert, um seinen Produkten - von Turnschuhen und Sportkleidung - ein "cooleres Image" zu verpassen. In den letzten fünf Quartalen ging es dort für Adidas stets nach oben, nachdem das Unternehmen dort zuvor verloren hatte. Auch Branchenprimus Nike kämpft seit einiger Zeit mit Stagnation auf seinem Heimatmarkt. Dagegen legt Puma, am Umsatz gemessen fünf Mal kleiner als Adidas, dort in jüngster Zeit zu.

Anders als in den USA konnte Adidas in Europa und Asien den Umsatz um zehn beziehungsweise acht Prozent steigern. Die SARS-Infektionen seien noch kein Problem für den wichtigen Produktionsstandort Asien, sagte Hainer. Wichtiger Wachstumsträger sei der Bereich "Heritage" gewesen, also sportliche Freizeitmode, der über 20 Prozent zugelegt habe. Auch Puma profitiert derzeit vom sportlichen Lifestyleboom. Insgesamt konnte die Kernmarke "Adidas", auf die 80 Prozent des Umsatzes entfällt, mit 1,405 Milliarden Euro sechs Prozent mehr umsetzen, wie Adidas mitteilte. Der Auftragsbestand sank hingegen um zwei Prozent. Währungsbereinigt ergebe sich aber ein Anstieg von neun Prozent.

Die Outdoor-Marke Salomon konnte trotz des leichten Winters ein Umsatz-Plus von einem Prozent verbuchen. Die Golfmarke Taylor habe dagegen einen Rückgang von 24 Prozent verzeichnet, was unter anderem auf einen geänderten Zeitplan für Produkteinführungen zurückgehe.

Analysten teilweise besorg über weitere Entwicklung

Analysten äußerten sich enttäuscht über die schleppende Entwicklung in Nordamerika, waren über die Konsequenzen aber uneins. "Wegen des Auftragseinganges muss ich schon sagen, dass der positive Trend ein bisschen gestoppt zu sein scheint. Die Hoffnungen, die man mit dem US-Markt verbunden hat, haben sich bisher nicht erfüllt. Die rosigen Zeiten legen erst einmal eine Pause ein", sagte Paul Sibianu, Analyst für Adidas bei der WGZ Bank.

Dagegen erklärte das Bankhaus Merck Finck & Co in einer aktuellen Einschätzung, Adidas befinde sich trotz der Lage in den USA auf gutem Weg, seine Ziele einzuhalten. Trudbert Merkel, Fondsmanager bei der Deka Gruppe, sagte, für die Adidas-Aktie gebe es jetzt viele schlechte Nachrichten nach der guten Entwicklung im letzten Jahr.

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