Wachstumswerte am Mittag weiter unter Druck
Neuer Markt im Minus

Die Gewinnwarnung der Metabox AG belastet die Wachstumswerte. Metabox verliert mehr als 40 %.

Reuters FRANKFURT. Belastet von der Gewinnwarnung der Metabox AG hat der Frankfurter Neue Markt seinen Abwärtstrend am Donnerstagmittag fortgesetzt. Der Nemax-All-Share-Index gab bis gegen 14.00 Uhr 1,55 % auf 4 828,75 Zähler ab, während der Blue-Chip-Index Nemax-50 1,43 % auf 5 164,79 Zähler verlor. Die Gewinnwarnung habe natürlich die Stimmung am Markt getrübt und nicht gerade geholfen, die Unsicherheit bei den Anlegern abzubauen, sagte ein Händler. "Wenn ein Unternehmen seine Versprechen nicht einlöst, dann reagiert der Markt nicht nur verschnupft, sondern allergisch", fügte er hinzu.

Ferner verwiesen die Händler die derzeit dünne Nachrichtenlage und das mangelnde Engagement der Fonds. Hinzu komme die seit Tagen schlechten Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq. Für den Handel am Donnerstag weist der Nasdaq-Future mit minus 10,50 Punkten auf 3 633,00 Zähler auf eine schwächere Eröffnung der US-Technologiebörse hin.

Mit einem Minus von 46,51 % führten die Titel von Metabox die Verliererliste der Wachstumswerte an. Das Unternehmen hatte vor Handelsbeginn ihre Umsatz- und Gewinnprognose für das Jahr 2000 zurückgestuft. Die Gesellschaft erwartet nunmehr einen Umsatz von 70 Millionen DM gegenüber einer im April auf 198 Millionen DM angehobenen Umsatzprognose. Anstatt eines erwarteten Gewinns von 14 Millionen DM geht Metabox nunmehr von einem Verlust von 15 Millionen DM aus. Als Grund nannte das Unternehmen eine Verzögerung bei der Konfiguration der neuen Generation von Set-Top-Boxen.

Analysten und Händler zeigten sich von der Nachricht zwar überrascht, aber nicht geschockt. "Nach der jüngsten Pleite von Gigabell und Konsorten ist doch jedem klar, dass es am Neuen Markt einige Schwarze Schafe gibt", sagte ein Händler.

Ebenfalls Abschläge verzeichneten Micrologica (minus elf % auf 6,28 Euro) und Internetmediahaus (minus 10,7 % auf 19,51 Euro). Auch Lion Bioscience verzeichneten mit minus 1,99 % auf 110,67 Euro Kursabschläge. Das Biotechnologieunternehmen hatte am Morgen mitgeteilt, im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2000/2001 bei einer Steigerung des Umsatzes seinen Verlust ausgeweitet zu haben.

Auch das Index-Schwergewicht T-Online setzte mit einem Verlust von 0,65 % auf 24,64 Euro seine Talfahrt fort. Die Telekom-Tochter hatte am Mittwoch das Ausscheiden Christian Hoenings als Finanzvorstand bekannt gegeben. Daraufhin ist der Aktienkurs kräftig unter Druck geraten.

Gegen den Trend kletterten die Aktien der Trius AG 21 % auf 13,80 Euro. Der Vorstand hatte am Morgen mit Unverständnis über den seit Tagen äußerst volatilen Kursverlauf reagiert. In einer Pflichtmitteilung teilte das Unternehmen mit, dass es keine Gründe gebe, die eine Verunsicherung der Börse rechtfertigten. Angesichts einer vollen Kriegskasse müsste die Aktie nach Ansicht des Vorstandes mit mindestens 12,90 Euro bewertet werden.

Von guten Geschäftszahlen profitierten hingegen die Aktien der Media!AG, die 6,7 % auf 18,45 Euro anstiegen. Das Unternehmen rechnet für das laufenden Geschäftsjahr mit einem positiven Ergebnis und einer Umsatzverdoppelung.

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