Wachstumswerte im Minus
Provinzpossen am Neuen Markt

Der Neue Markt findet am Freitag keine eindeutige Richtung. Nachdem sich die Indizes kurze Zeit von den leichten Verlusten zu Handelsbeginn erholt hatten, ging es am Mittag wieder leicht bergab.

dpa-AFX/vwd FRANKFURT. Der Nemax 50 sank um 0,55 Prozent auf 1 013 Stellen. Der Nemax All Share verbesserte verlor bis 13.45 Uhr um 0,48 Prozent auf 1 063 Punkte.

Händler hatten zuvor einen kräftigeren Ausschlag erwartet. "Die Anleger stehen hingegen draußen und schauen zu", sagte ein Händler in Düsseldorf. Auch für die kommenden Woche habe er wenig Hoffnung. In zwei Wochen beginne in den USA die Saison der Gewinnwarnungen. "Bevor nicht die Mehrzahl der US-Unternehmen positive Ausblicke liefert, wird es nicht bergauf gehen", sagte er. Wenn die für 16 Uhr mitteleuropäischer Zeit erwarteten Zahlen zum US-Verbrauchervertrauen nicht deutlich positv ausfielen, könne es weiter stark berab gehen.

Der Filmproduzent Senator Medien AG stieg nach der Veröffentlichung der Halbjahresbilanz, konnte die Anfangs hohen Prozentzuwächse allerdings nicht halten. Die Aktie kletterte bis auf ein Tageshoch von 2,90 Euro, dann notierte das Papier am Mittag mit einem Plus von 7,51 Prozent auf 2,72 Euro.

Die Aktien der Kinowelt Medien AG stiegen um 10 Prozent auf 0,88 Euro. Das Unternehmen konnte die Halbjahresergebnisse wegen technischer Störungen bisher nicht vorlegen, will dies aber nach Börsenschluss nachholen. "Wir haben in unserem Münchner Firmensitz sogar mit der Wasser- und Stromversorgung Probleme", sagte ein Sprecher. Am Vormittag hatte es noch geheißen, die Zahlen lägen wahrscheinlch am Nachmittag vor. Laut Börsengesetz müssen am Neuen Markt gelistete Unternehmen ihre Zahlen für das zweite Quartal bzw für das erste Halbjahr spätestens bis zum 31. August publizieren.

"Das ist eine Riesensauerei, die da im Gange ist", sagte ein Händler in Frankfurt. Kinowelt sei nach dieser "Provinzposse" noch unglaubwürdiger als vorher.

Unter Druck geriet die comdirect -Aktie. Das Papier verlor um 4,02 Prozent auf 6,45 Euro, nachdem die Direktbank für knapp die Hälfte der Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet hatte.

"Die Möglichkeit in den positiven Bereich zu kommen ist sehr realistisch", sagte Heyde-Vorstandschef bei der Erläuterung der Halbjahreszahlen in Frankfurt. Die Aktie stieg um 5,13 Prozent auf 1,64 Euro. Das vierte Quartal sollen einen Gewinn von 400.000 Euro beim angeschlagenen Softwareunternehmen erwirtschaften.

Die finanziell Not leidende Letsybuyit.com stieg um 10 Prozent auf 0,18 Euro. Das Internetunternehmen hatte zuvor Halbjahreszahlen veröffentlichen wollen, jedoch fehlten sämtliche Zahlen in der Pflichtmitteilung. "Wir haben dem Unternehmen die Meldung mit Zahlen geschickt", sagte die Investor-Relation Betreuerin. Letsybuyit müsse diese wieder herausgestrichen haben, hieß es.

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