Wähler scheinen der Regierung die hohen Steuern verübelt zu haben
Stoltenberg will trotz Niederlage weiter regieren

Die norwegischen Sozialdemokraten wollen trotz der deutlichen Wahlverluste nach den Worten von Ministerpräsident Jens Stoltenberg weiter regieren. Die Wähler hätten zwar ihre Unzufriedenheit mit der Arbeiterpartei zum Ausdruck gebracht, aber kein Parlament mit einer klaren Alternative gewählt, sagte Stoltenberg in der Nacht zu Dienstag.

Reuters OSLO. Nach Auszählung von 97,9 % der Stimmen fielen die Sozialdemokraten von 35 % im Jahr 1997 auf 24,4 % zurück, bleiben aber stärkste Partei im norwegischen Parlament.

Die konservative Opposition unter Jan Petersen konnte ihr Ergebnis den offiziellen vorläufigen Ergebnissen zufolge von 14,3 % auf 21,2 % steigern. Sowohl Petersen wie auch der Chef der Christlich-Demokratischen Volkspartei, Kjell Magne Bondevik, haben bereits angekündigt, sich ebenfalls um das Mandat zur Regierungsbildung bemühen zu wollen. Stoltenberg sagte, bis das Parlament im Oktober zusammentrete, sei Zeit, die Regierungsfrage zu klären. Er sei bereit, Unterstützung auch bei Parteien zu suchen, die zu den Sozialdemokraten bisher in Opposition standen, fügte er hinzu.

Für die Sozialdemokraten war das Ergebnis der Wahlen vom Sonntag und Montag das Schlechteste seit der Gründung der Partei im Jahr 1909. Nach Einschätzung von Beobachtern verloren die Sozialdemokraten sowohl nach rechts wie nach links. So konnte die Sozialistische Linkspartei ihre Position auf 11,5 % im Vergleich zur letzten Wahl nahezu verdoppeln.

Viele Wähler scheinen der sozialdemokratischen Regierung die recht hohen Steuern verübelt zu haben, die nach ihrer Meinung zu den Einnahmen des Ölförderlandes in keinem rechten Verhältnis stehen. Die Opposition hatte unter anderem mit Steuersenkungen und einer Modernisierung des Sozialstaats im Wahlkampf geworben.

Nach Einschätzung von Analysten dürfte der Ruck nach Rechts von der Börse in Oslo positiv aufgenommen werden und auch zu einer leichten Festigung der Landeswährung beitragen.

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