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Wählerregistrierung in Afghanistan endet mit Erfolg

Knapp zwei Monate vor der ersten freien Präsidentenwahl in der Geschichte Afghanistans endet dort am Sonntag die Wählerregistrierung mit einem unerwarteten Erfolg.

dpa KABUL. Knapp zwei Monate vor der ersten freien Präsidentenwahl in der Geschichte Afghanistans endet dort am Sonntag die Wählerregistrierung mit einem unerwarteten Erfolg.

Trotz Anschlägen und Todesdrohungen der Taliban ließen sich nach UN-Angaben von den geschätzten 10,5 Mill. Wahlberechtigten bis Freitag mehr als 9,6 Mill. registrieren. Knapp 42 % davon sind Frauen.

Bei der Wahl am 9. Oktober wird Amtsinhaber Hamid Karsai gegen 17 Kandidaten antreten, darunter eine Frau. Karsai gilt als Kandidat des Westens und als aussichtsreichster Bewerber. Der 46-jährige Übergangspräsident hat das Amt seit kurz nach dem Sturz der radikalislamischen Taliban Ende 2001 inne.

Prominenter Herausforderer Karsais ist Ex-Bildungsminister Yunus Qanuni, der vom mächtigen Verteidigungsministers Mohammad Fahim unterstützt wird. Der Usbeken-General Abdul Rashid Dostum und andere Kriegsherren wurden trotz massiver Einsprüche ebenfalls als Kandidaten zugelassen. Einzige Kandidatin ist die Kinderärztin Masuda Dschalal, der wenig Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt werden.

In den vergangenen Wochen kam es zu Unregelmäßigkeiten wie Doppelregistrierungen. Karsai versicherte vor kurzem aber, niemand werde mehrfach wählen können. Die Hände von Wählern würden bei der Stimmabgabe mit Farbe markiert. In einzelnen Distrikten, in denen die Wählerregistrierung mit Verspätung startete, soll sie über den offiellen Schlusstermin hinaus fortgesetzt werden dürfen. Die Taliban haben eine Verschärfung ihres Terrors vor der Wahl angekündigt.

In Afghanistan lebten im Jahr 2002 nach Angaben des afghanischen Zentralen Statistik-Amtes 21,8 Millionen Menschen, davon knapp 11,9 Mill. in den erfassten Altersgruppen bis einschließlich 19 Jahre. Rund die Hälfte aller Einwohner dürfte also unter 18 Jahre und damit nicht wahlberechtigt sein. Die Vereinten Nationen in Afghanistan schätzen die Zahl der Wahlberechtigten auf 10,5 Millionen. Frühere Schätzungen über die Gesamt-Einwohnerzahl lagen bei gut 28 Millionen.

Die Präsidenten- und die Parlamentswahlen sollten ursprünglich bereits im Juni stattfinden, waren aber wegen logistischer Schwierigkeiten und aus Sicherheitsgründen verschoben worden. Ein neues Parlament wird nun erst kommenden April gewählt.

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