Währung profitiert von Zweifeln an rascher US-Erholung
Kurs des Euro gestiegen

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs bei 0,8831 (Dienstag: 0,8788) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2147 (2,2256) DM.

dpa/rtr FRANKFURT/MAIN. Händlern zufolge hatten bereits am Vortag das entgegen der Erwartungen rückläufige Verbrauchervertrauen in den USA und der Hinweis von US-Notenbankgouverneur Laurence Meyer vom Dienstagabend, dass die Fed zur Verhinderung einer weiteren Abkühlung die Zinsen falls nötig weiter senken könnte, die Verluste des Dollar eingeleitet. Neue Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft erwarten die Investoren vom Beige Book der Fed, das am Abend vorgelegt wird.

Die japanische Währung Yen legte Händlern zufolge zu, weil eine Abstufung japanischer auf Yen und Fremdwährungen lautender langfristiger Staatsanleihen durch die internationale Ratingagentur Standard & Poors (S&P) geringer ausfiel als viele Marktteilnehmer befürchtet hatten. Keine nennenswerte Reaktion habe der Markt auf das im Oktober beschleunigte Wachstum der Geldmenge M3 in der Euro-Zone um bereinigt 7,4 (September revidiert 6,9) Prozent gezeigt.

Der Euro begann den Handel in New York mit 0,8825/30 nach einer letzten Notiz am Freitagabend von 0,8832/37 Dollar. Gegen 15.45 Uhr MEZ notierte die Gemeinschaftswährung mit 0,8854/59 Dollar. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde die Gemeinschaftswährung mit 0,8831 (0,8778) Dollar festgestellt. Der Dollar verbilligte sich damit auf 2,2147 (2,2281) DM. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 0,8831 (0,8788) $ fest. Zur japanischen Währung wurde der Referenzkurs mit 108,95 (108,96) Yen ermittelt. Die US-Valuta kostete 123,34/42 (123,90/00) Yen.

Verkaufswelle beim Dollar

"Heute könnte der Euro noch bis etwa 0,8870 Dollar ansteigen. Nächste Woche ist noch etwas mehr Luft nach oben bis über 0,89 $, wenn Arbeitsmarktbericht und Einkaufsmanagerindex in den USA schlecht ausfallen", sagte Michael Rottmann, Devisenanalyst bei der Hypovereinsbank in München. Jesper Dannesboe von Dresdner Kleinwort Wasserstein begründete die Kursentwicklung: "Es hat eine kleine Verkaufswelle beim Dollar gegeben, ein wenig Korrektur der jüngsten Dollar-Gewinne".

Fed-Gouverneur Meyer hatte am Dienstagabend gesagt, Zurückhaltung bei der Lockerung der Geldpolitik wegen bereits niedriger Zinsen wäre eine fehlgeleitete Strategie. Möglicherweise seien auch negative reale Tagesgeldszinsen erforderlich, um eine rasche Erholung der Wirtschaft zu unterstützen. Meyer gilt normalerweise als Anhänger einer straffen Geldpolitik. "Dies bedeutet, dass der Markt viel zu eilig ein Ende der Zinssenkungen und eine deutliche Erholung eingepreist hat", sagte James Malcom von J.P. Morgan in London. Mit dieser Einschätzung stimmt auch Rottmann überein: "Der Markt hat die Wahrscheinlichkeit einer schnellen Erholung in den USA überschätzt."

US-Wirtschaftsentwicklung entscheidend

Entscheidend für den Devisenmarkt sind nach Einschätzung der Analysten nicht die Zinssenkungen selbst, sondern die wirtschaftliche Flaute in den USA, die weitere Zinssenkungen erfordern könnte. Am Dienstag hatte der unter den Erwartungen ausgefallene Vertrauensindex des Conference-Board-Instituts dem Euro zu deutlichen Gewinnen verholfen. Händlern zufolge blicken die Anleger nun auf das gegen 20.00 Uhr MEZ erwartete Beige Book der Fed. Dieser Rückblick auf die konjunkturelle Entwicklung in den USA in den letzten sechs Wochen könnte weitere Hinweise auf den Zustand der US-Wirtschaft und die Zinspolitik der Fed liefern. "Es gibt Befürchtungen, dass darin ein noch düstereres Bild gezeichnet wird", sagte Derek Halpenney, Volkswirt bei der Bank of Tokyo Mitsubishi.

Der Yen legte am Mittwoch gegen Euro und Dollar zu, weil S&P seine Einstufung langfristiger japanischer Staatsanleihen nicht so deutlich senkte wie befürchtet. "Der Markt hat den Yen gekauft, weil S&P nur um einen Schritt gesenkt hat und nicht um zwei oder drei, wie einige spekuliert hatten", sagte Hideaki Furumaya von Mizuho Trust&Banking. Zusätzlich legte der stellvertretende japanischen Finanzminister Haruhiko Kuroda nach Einschätzung von Analysten nahe, dass die Regierung derzeit nicht eine Schwächung des Yen durch Intervention erwäge.

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