Währungseinflüsse verantwortlich
Clariant übertrifft die Erwartungen

Der Schweizer Chemiekonzern Clariant hat mit dem Ergebnis im ersten Halbjahr 2002 die Markterwartungen deutlich übertroffen und rechnet im Gesamtjahr mit einer Resultatverbesserung.

Reuters ZÜRICH. Das Unternehmen will sich weiteren Angaben vom Donnerstag zufolge selbstständig bleiben und sich auf internes Wachstum und die Generierung von Cash Flow konzentrieren.

Clariant schloss das erste Semester vor allem dank der aggressiven Kostensenkungsprogramme mit einem Gewinn von 145 Millionen Franken ab, was auf vergleichbarer Basis einen Anstieg von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda ermässigte sich um sechs Prozent auf 633 Millionen Franken. Der Umsatz sank in Franken um fünf Prozent auf 4,839 Milliarden Franken. In Lokalwährungen resultierte ein Umsatzplus von einem Prozent.

"Das sind wirklich erstaunliche Resultate," sagte Analyst Bernd Pomrehn der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Die ZKB nahm die Titel in das Aktienportfolio Schweiz auf und bestätigte die Kaufempfehlung. Die Bank Sarasin erhöhte ihre Empfehlung für Clariant als Folge des Ausweises auf "buy" von "neutral".

Analysten hatten für Clariant im Durchschnitt einen Umsatzrückgang auf 4,802 Milliarden Franken und einen auf 113 Millionen Franken gesunkenen Gewinn erwartet. Die Clariant-Aktien stiegen an der gehaltenen Börse bis gegen 14.15 Uhr um 6,2 Prozent auf 31,65 Franken. Der DJ StoxxChemical-Index tendierte zwei Prozent fester.

Für das Gesamtjahr zeigte sich Clariant optimistisch, ein höheres operatives Ergebnis, ein besseres Nettoergebnis und eine Senkung der Nettoschulden auf unter vier Milliarden Franken erzielen zu können. Der Reingewinn soll über den 140 Millionen Franken Pro-forma-Gewinn des Vorjahres liegen, sagte Clariant-Chef Reinhard Handte zu Reuters.

Dank der im Vorjahr nach massiven Abschreibungen im Zusammenhang mit der Übernahme der britischen BTP initiierten Kostensenkungsprogramme sollen in diesem Jahr insgesamt 150 Millionen Franken eingespart werden. Ab 2003 sollen dann der laufende Abbau von insgesamt 3500 Stellen und die Schliessung von Werken die angepeilten Ersparnisse von jährlich 250 Millionen Franken bringen.

Die Nettoverschuldung reduzierte Clariant in den ersten sechs Monaten um 204 Millionen Franken auf noch 4,078 Milliarden. Der Konzern liege damit bereits nahe der Zielgrösse von vier Milliarden für das Gesamtjahr, hiess es. Clariant will die Schulden weiter reduzieren und strebt bis 2004 einen Verschuldungsgrad - Schulden im Verhältnis zu Eigenkapital - von unter 150 Prozent nach derzeit 220 Prozent. "Es ist unsere Absicht, unser Gearing unter 150 Prozent zu bringen und dies 2004 zu erreichen," sagte Clariant-Chef Handte.

Der Konzern will laut Handte unabhängig bleibe. Es gebe weder Übernahme- noch Fusionsgespräche. "Es gibt keine Gespräche. Ich glaube an den unabhängigen Weg," so Handte. Im Markt hatte es mehrmals geheissen, Clariant könnte von der niederländischen DSM übernommen werden oder mit der französischen Rhodia fusionieren.

Handte rechnet nicht damit, dass Clariant die mittelfristig angestrebten Ertragsziele bereits im nächsten Jahr erreichen kann. Er fasse die Erreichung für 2005 ins Auge, sagte der Clariant-Chef. "Die Ziele können nur erreicht werden, wenn sich die globale Wirtschaft vernünftig entwickelt. Wenn es so weitergeht wie in den ersten Monaten 2002 wird es unmöglich sein, die Ziele in 2003 zu erreichen," so Handte.

Clariant strebt früheren Angaben zufolge mittelfristig eine operative Marge von 15 Prozent und eine Ebitda-Marge von 20 Prozent an. Dafür war bisher kein Zeitrahmen genannt worden. Im ersten Semester betrug die Ebitda-Marge 13,1 Prozent.

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