Währungsgewinne winken
Fonds setzen wieder auf europäische Aktien

Viele Anleger und große Fondsgesellschaften fliehen aus dem Dollar - und treiben damit den Euro in die Höhe. Ein Euro kostete gestern zeitweise 1,1366 $ und damit so viel wie zuletzt kurz nach dem Start der Einheitswährung Anfang 1999.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Antrieb der Euro-Hausse sind höhere Renditen in Europa, die ausländische Anleger in Euro-Anlagen locken. Daneben führen massive Umschichtungen der Investoren in europäische Aktien und Anleihen zu einem höheren Euro-Kurs. So hat der mit einem Fondsvolumen von 12 Mrd. $ zu den weltweit großen Fonds gehörende Templeton Growth Fund seinen Anteil an US-Aktien von 32 % im März vergangenen Jahres und 28,6 % im Oktober 2002 auf nunmehr 23 % reduziert. Im MSCI-Weltindex, der sich an der Börsenkapitalisierung der Länder orientiert, liegt der US-Anteil bei 57 %. "Außerhalb der USA sehen wir die größeren Schnäppchen. Insbesondere Deutschland sticht mit extrem niedrigen Bewertungen hervor", sagt Axel Pflüger von Templeton.

Klaus Kaldemorgen, Leiter des DWS-Aktienfondsmanagements, hält europäische Aktien im Vergleich zu US-Titeln für aussichtsreicher und für günstiger bewertet. Außerdem winkten Währungsgewinne. Die größte deutsche Fondsgesellschaft hat die Region bereits seit Monaten mit über 40 % des Fondsvermögens von rund 4 Mrd. Euro stark übergewichtet. Innerhalb Europas favorisiert Kaldemorgen deutsche Titel wegen ihrer günstigen Bewertung.

Ähnlich argumentiert Thomas Meier von Union Investment: "Der US-Markt ist gegenüber dem europäischen rund ein Drittel überbewertet." Während amerikanische Aktien in den letzten drei Jahren knapp 40 % eingebüßt haben, betrug der Rückgang in Deutschland fast 70 %. Die Hälfte aller Dax-Titel notiert auch nach dem rasanten Kursanstieg von 35 % in nur acht Wochen unter ihrem Buchwert; die Unternehmen sind also an der Börse weniger wert, als sie an Eigenkapital ausweisen. Meier baut das Europa-Gewicht im 1,6 Mrd. Euro schweren Uniglobal seit Monaten aus und hat inzwischen sogar mehr als die Hälfte des Vermögens in Europa-Aktien investiert. 42 % stecken noch in US-Titeln.

Fondsgesellschaften wie DWS und Investmentbanken wie Goldman Sachs setzen auch darauf, dass der Aufschwung in Europa stärker ausfällt als bislang erwartet und nachhaltiger sein wird als in den USA. Skeptischer ist dagegen Fidelity. Die US-Gesellschaft reduzierte zuletzt den Anteil europäischer Aktien in ihrem 1,7 Mrd. $ schweren "International Fund" leicht von 29,8 % auf 27,7 %.

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