Waffenhandel
"Bear-Head-Projekt": Das gescheiterte Panzergeschäft und die CDU-Spendenaffäre

dpa HAMBURG. Im Zusammenhang mit der CDU-Spendenaffäre taucht am Rande auch immer wieder das so genannte Bear-Head-Projekt auf. Soweit bekannt ist, gründete der Waffenhändler Karlheinz Schreiber Mitte der 80er Jahre auf der kanadischen Insel Cape Breton eine Firma. Thyssen stieg in das Projekt ein und zahlte nach eigenen Angaben für den Aufbau einer Panzerfabrik zwischen 1987 und 1995 rund 6,5 Mill. kanadische $ an Schreiber - umgerechnet mehr als acht Mill. DM.

Zu dem Panzergeschäft mit der kanadischen Regierung kam es aber nicht: Sowohl die konservative Regierung unter Premier Brian Mulroney als auch die liberale unter Jean Chretien kauften die Panzerfahrzeuge beim Konkurrenten General Motors. Thyssen liquidierte die Firma Bear Head 1996.

Die vergeblichen Versuche Schreibers, als Chairman einer Projektgesellschaft zum Aufbau der Panzerfabrik deutsche Politiker zur Unterstützung zu bewegen, spielen auch in der CDU-Spendenaffäre eine Rolle. So fand der Sonderermittler der Bundesregierung im Fall der verschwundenen Kanzleramtsakten, Burkhard Hirsch (FDP), Unterlagen zum Bear-Head-Projekt zwischen Akten im Zusammenhang mit einer Schnapsbrennerei abgeheftet.

Schreiber hatte sich unter anderem schriftlich an den früheren CDU-Schatzmeister Walther Leisler Kiep gewandt. Dieser setzte sich nach eigenen Angaben 1993 in einem Brief beim damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) für das Panzerprojekt Schreibers in Kanada ein.

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