Waffenruhe in Mazedonien erneut gebrochen
Noch keine Mehrheit für Nato-Einsatz

Auch nach der Sondersitzung der SPD-Fraktionsspitze ist eine rot-grüne Mehrheit für eine Entsendung von 500 Bundeswehrsoldaten nach Mazedonien unsicher.

HB BERLIN/SKOPJE. Die Zahl der Kritiker in der SPD wuchs auf 31. Der Wortführer der Koalitionsabgeordneten, Harald Friese (SPD), bekräftigte im Gespräch mit dem Handelsblatt seinen Widerstand.

Dennoch zeigten sich sowohl der SPD-Fraktionsvorsitzende Peter Struck als auch Grünen-Parteichef Fritz Kuhn am Montag zuversichtlich, eine eigene rot-grüne Mehrheit zusammenzubekommen. Struck teilte zudem mit, dass die SPD den anderen Fraktionen vorschlagen wolle, die Sondersitzung des Bundestages erst in der kommenden Woche stattfinden zu lassen.

Laut Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye ist unklar, ob die Sommerreise des Kanzlers durch Ostdeutschland oder seine ab Sonntag geplante Südamerika-Reise wegen der Mazedonien-Frage geändert werden müssen. Gestern hatte Gerhard Schröder eigens seine Visite in den neuen Bundesländern unterbrochen, um an der Sitzung des SPD-Fraktionsvorstandes teilzunehmen und über die Lage in Mazedonien zu informieren.

Das mazedonische Verteidigungsministerium kündigte unterdessen an, mit einem Truppenrückzug zur reibungslosen Entwaffnung der albanischen Rebellen beizutragen. Die Truppen sollen sich aus den Gebieten zurückziehen, in denen Nato-Soldaten die Waffen der UCK- Kämpfer einsammeln wollen. In der Nacht zum Montag war die Waffenruhe jedoch erneut gebrochen worden.

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