Waffenstillstand erneut gebrochen
Mazedonier drohen mit Gewalt gegen deutsches Nato-Kontingent

Mazedonische Demonstranten, die seit rund einer Woche die Hauptverbindungsstraße zum Kosovo blockieren, haben mit gewaltsamen Angriffen auf das deutsche Nato-Kontingent gedroht.

afp BLACE/SKOPJE. «Wir könnten radikal werden, wenn wir ignoriert werden», sagte Sprecher Dragan Gerafimovski am Freitag. «Wir haben gesehen, dass Waffen sprechen können», betonte er unter Anspielung auf die Methoden der albanischstämmigen Rebellen. Die bis zu 400 Mazedonier wollen mit der Blockade zehn Kilometer vor dem Grenzübergang Blace gegen ihre Vertreibung durch die Albanerrebellen der «Nationalen Befreiungsarmee» UCK protestieren. Ungefähr die Hälfte der 500 deutschen Soldaten für den Mazedonien-Einsatz soll aus dem KFOR-Kontingent im Kosovo abgezogen werden.

In der Region um Tetovo im Nordosten des Landes wurde der Waffenstillstand, der Voraussetzung für den Nato-Einsatz ist, erneut gebrochen. UCK-Kämpfer feuerten nach Angaben des von der Regierung eingesetzten Krisen-Koordinationszentrums auf Stellungen der mazedonischen Armee; diese habe die Schüsse jedoch nicht erwidert. Schüsse seien sowohl beim Stadion von Tetovo gefallen als auch an der Grenze zum Kosovo. Die internationale Kosovo-Schutztruppe KFOR nahm in der Nacht zum Freitag acht mutmaßliche UCK-Kämpfer fest, die von Mazedonien aus die Grenze überqueren wollten, wie ein KFOR-Sprecher mitteilte. Sie hätten Kommunikationsausrüstung und UCK-Abzeichen bei sich getragen. Alle wurden zum Verhör in das amerikanische Camp Bonsteel überstellt.

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