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Wagniskapitalgeber Econa schafft ein neues Standbein

Auch für Wagniskapitalgesellschaften gehen goldene Zeiten zu Ende. Businessangel Thomas Heilmann hat für seine Firma Econa eine neue Einnahmequelle ausgemacht. Er will Firmen zu Fusionen verhelfen, an denen Econa selbst keine Anteile hält.

DÜSSELDORF. Die ersten Start-ups haben bereits Konkurs angemeldet, weitere werden folgen. Thomas Heilmann, Mitgründer der Berliner Wagniskapitalgesellschaft Econa, hält sogar den überwiegenden Teil der Start-ups für nicht überlebensfähig. In Zukunft will Econa kränkelnden Unternehmen bei der Suche nach Fusionspartnern helfen und dafür eine monatliche Gebühr von 30 000 DM bis zur Fusion und eine Erfolgsprämie von "drei bis 15 Prozent" kassieren.

Damit dringt Econa in einen Markt ein, der klassischerweise von Investmentbanken, Unternehmensberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften abgedeckt wird. Für Wagniskapitalgesellschaften ist das Geschäftsmodell dagegen nach Heilmanns Ansicht neu. Sie beteiligen sich bisher an Start-ups, um nach einem erfolgreichen Börsengang Geld einzusammeln, oder um die Firmenanteile später wieder zu verkaufen.

Auch in der Vergangenheit hatte Econa bei der Verschmelzung von Unternehmen geholfen, zum Beispiel bei der Fusion von Versteigern.de mit Andsold. Allerdings war die Firma des CDU-Internetsprechers Heilmann an Versteigern.de beteiligt, eine Fusion lag also in Heilmanns Interesse. Nun will Econa auch Firmen beraten, an denen Econa selbst nicht beteiligt ist - für Heilmann ein neuer Geschäftsbereich und damit ein weiteres Standbein.

Denn das Geschäft mit Wagniskapital floriert offenbar nicht mehr so gut wie noch vor einem Jahr. "Die Nachfrage nach Wagniskapital ist weiterhin groß", sagte Heilmann zu Handelsblatt.com, "wir haben rund 1 200 Anfragen pro Jahr." Aber die Prüfung sei zweifelsohne kritischer geworden. "Die Märkte sind weitgehend besetzt, vor einem Jahr war die Gründung eines Start-ups noch einfacher." Und damit war auch für die Wagniskapitalgesellschaften leichter Geld zu verdienen.

"Einer solchen Boomphase, wie wir sie im Moment erleben, folgt die Konsolidierung", sagt auch Holger Frommann, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, "ich weiß nur nicht, wann die Konsolidierungsphase beginnt." Bisher hat Frommann bei den 172 Mitgliedern seines Verbandes noch keine kränkelnden Mitglieder ausgemacht, aber eine Abhängigkeit vom Börsenerfolg der Start-ups sei nicht von der Hand zu weisen. Auf der anderen Seite gebe es aber noch die Möglichkeit, dass junge Unternehmen von etablierten Firmen übernommen werden - sich also für Wagniskapitalgesellschaften die Investition in Start-ups trotz schlechtem Börsenumfelds lohnen kann.

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