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Wahl der ICANN-Vertreter soll eingeschränkt werden

Die bisher freie Wahl von Vorstandsmitgliedern der Internet-Selbstverwaltung ICANN soll nach den Empfehlungen einer Studiengruppe künftig eingeschränkt werden. Das Wahlrecht für die "Internet Corporation for Assigned Names and Numbers" soll von der Zahlung einer Gebühr und dem Besitz einer eigenen Domain abhängig gemacht werden, wie der Leiter der Gruppe, der frühere schwedische Ministerpräsident Carl Bildt, erklärte.

ap NEW YORK. Zu den Aufgaben von ICANN gehört unter anderem die Verwaltung der Top-Level-Domains, der obersten Kategorien für Internet-Adressen.

Dem ICANN-Vorstand gehörten nach der Gründung im Oktober 1998 zunächst neun Direktoren an. Im November 1999 kamen neun weitere Direktoren hinzu, die von drei Organisationen entsandt wurden, die die Arbeit von ICANN unterstützen. Die neun ursprünglichen Direktoren sollen nach und nach durch im Internet gewählte Mitglieder ersetzt werden. Im vergangenen Jahr wurden erstmals fünf Direktoren gewählt, unter ihnen Andy Müller-Maguhn vom Chaos Computer Club (CCC). Bei der Wahl konnte sich noch jeder Internet-Nutzer im Besitz einer E-Mail-Adresse innerhalb einer festgelegten Frist zur Stimmabgabe anmelden. Das Verfahren war jedoch von zahlreichen Beteiligten kritisiert worden. "ICANN braucht Stabilität", sagte Bildt. "Dies ist nicht die Zeit für Experimente."

Die Empfehlungen gehen jetzt an den ICANN-Vorstand, wo sie prompt auf Kritik stießen. "Das ist ein Schlag ins Gesicht der Internet-Gemeinde", sagte Karl Auerbach. Sollten sie angenommen werden, überlege er sich, sein Amt niederzulegen.

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