Wahlbeteiligung geringer als im ersten Wahlgang
CDU-Politikerin Roth bleibt Frankfurter Oberbürgermeisterin

Die CDU-Politikerin Petra Roth bleibt Oberbürgermeisterin von Frankfurt am Main. Der SPD-Herausforderer Achim Vandreike musste sich in der Stichwahl geschlagen geben. Hessens Ministerpräsident Roland Koch sprach von einer Krönung des CDU-Erfolges bei den Kommunalwahlen. Roth kündigte an, mit wechselnden Mehrheiten regieren zu wollen.

ap FRANKFURT. Die CDU-Politikerin Petra Roth hat sich bei der Stichwahl am Sonntag mit 53,1 zu 46,9 Prozent gegen den SPD-Kandidaten Achim Vandreike durchgesetzt. Die Wahlbeteiligung lag nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis nur bei 40,2 Prozent und damit noch einmal deutlich unter den 46,1 Prozent im ersten Wahlgang vor zwei Wochen.

Roth hatte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen, zu dem noch vier Kandidaten angetreten waren, die erforderliche absolute Mehrheit mit 48,6 Prozent knapp verfehlt. Zur Stichwahl hat die FDP eine Wahlempfehlung für Roth ausgesprochen. Die Grünen empfahlen hingegen keinen Kandidaten.

Der SPD-Politiker gratulierte Roth am Sonntagabend schon kurz vor Verkündung des Endresultats zu ihrem Sieg. Vandreike, bisher Roths Stellvertreter, sprach sich in ersten Interviews für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit der großen Parteien im Magistrat aus. Er sei nicht enttäuscht, meinte Vandreike, sondern habe ein ausgesprochen gutes Ergebnis erzielt, mit dem vor wenigen Wochen noch niemand gerechnet habe. Mit einer Wahlempfehlung der Grünen zu seinen Gunsten hätte es möglicherweise anders ausgesehen, meinte der Wahlverlierer.

Bunte Mischung im Römer

Die Oberbürgermeisterin hatte schon vor der Stichwahl die Absicht bekundet, mit wechselnden Mehrheiten zu regieren, da im neuen Stadtparlament weder SPD und Grüne noch CDU und FDP eine eigenständige Mehrheit haben. Insgesamt sind nach Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde jetzt zehn Parteien im Römer vertreten, darunter die Flughafen-Ausbau-Gegner, die Republikaner, die PDS, eine Freie Wählergemeinschaft, die Gruppe "Öko-Linx" um die ehemalige Grünen-Fundamentalistin Jutta Ditfurth und eine Europa-Liste.

Roth bekräftigte am Wahlabend ihre Absicht, mit allen demokratischen Parteien im Römer zu sprechen. Dabei müsse aber berücksichtigt werden, dass die CDU die mit Abstand stärkste Fraktion im Stadtparlament stelle. Die SPD solle ihren Wahlkampfslogan Ernstnehmen und sich führen lassen, nicht aber weiter blockieren.

Der nach Frankfurt gekommene hessische Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzende Roland Koch sprach von einem persönlichen Sieg Petra Roths, der aber auch ein bisschen die Krönung des CDU-Erfolgs bei den Kommunalwahlen in Frankfurt und im übrigen Hessen vor zwei Wochen sei. Da die Partei in Frankfurt am Main nicht die absolute Mehrheit habe, werde sie zu Kompromissen bereit sein müssen. Der Frankfurter CDU-Vorsitzende Udo Corts kündigte auch Gespräche mit den Gegnern des Flughafenausbaus an, die mit vier Stadtverordneten im Römer vertreten sind

Der Fraktionschef der Grünen im Römer, Lutz Sikorski, schloss eine rechnerisch ebenfalls mögliche Koalition seiner Partei mit der CDU aus. Ziel bei den anstehenden Gesprächen sei im Übrigen die Verhinderung einer großen Koalition aus CDU und SPD.

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